Welttag des geweihten Lebens
Rundschreiben von P. General
An alle Brüder des Ordens
Liebe Mitbrüder,
am 2. Februar, dem Fest der Darstellung des Herrn, feiert die Kirche den 17. Welttag des geweihten Lebens. Das diesjährige Motto lautet „Das geweihte Leben im Jahr des Glaubens: lebendiges Zeichen der Gegenwart des Auferstandenen in der Welt“ und ist dem Apostolischen Schreiben Porta Fidei (Nr. 15) entnommen.
Nehmen wir diesen Tag als Anlass, um unsere Ordensweihe in der Hospitalität in Gemeinschaft mit allen anderen Ordenschristen auf der Welt voll Freude und Dankbarkeit zu feiern. In besonderer Weise wollen wir uns dabei mit den Ordensleuten und Ordensgemeinschaften vereinen, die mit uns bei der Erfüllung unseres Auftrags in den Einrichtungen und Diensten des Ordens zusammenarbeiten.
Im Rahmen der Feier des Jahres des Glaubens lädt uns der Welttag des geweihten Lebens ein, unseren Glauben und die Leidenschaft für unsere Berufung als Barmherzige Brüder zu erneuern. Vertrauen wir auf die Kraft des Heiligen Geistes und machen wir uns zu lebendigen Zeichen der Gegenwart des Auferstandenen in der Welt, indem wir die Liebe und die Barmherzigkeit Gottes zu den kranken und hilfebedürftigen Menschen konkret sichtbar machen.
Die Feier der Darstellung des Herrn wird auch als Feier des Lichts bezeichnet. Im Volksmund heißt sie bis heute Maria Lichtmess. Als die Eltern Jesus in den Tempel brachten, nahm der alte Simeon das Kind in seine Arme und pries Gott mit den Worten: “Nun lässt du, Herr, deinen Knecht, wie du gesagt hast, in Frieden scheiden. Denn meine Augen haben das Heil gesehen… ein Licht… für dein Volk…“ (Lk 2,29). Sehen wir in diesen Worten eine Einladung, in der heutigen Welt, mit unserem Zeugnis der Hospitalität, die Helle der Liebe Gottes in die Dunkelheit von Krankheit und Leiden zu bringen. Vergessen wir darüber aber auch nicht, was Simeon sofort danach zu Maria sagte: „Er wird ein Zeichen sein, dem widersprochen wird… Dir selbst aber wird ein Schwert durch die Seele dringen“ (Lk 2,35). Was ich damit sagen will, ist, dass unser Zeugnis für Christus auch das Kreuz beinhaltet. Dieses Kreuz mag sich heute manchmal darin äußern, dass wir in einer kalten und rücksichtslosen Welt bestehen müssen, ein andermal darin, dass wir gegen unsere Schwächen ankämpfen müssen.
Ein erneuertes und glaubwürdiges geweihtes Leben, das fähig ist, sich zum Licht und Zeichen der Gegenwart des Auferstandenen in der Welt zu machen, ist zugleich eine unentbehrliche Voraussetzung, um neue Berufungen zu wecken und für unseren Orden zu gewinnen. An dieser Aufgabe haben wir alle die Pflicht, mit unserem Beispiel und Lebenszeugnis mitzuwirken.
Indem ich Ihnen allen einen frohen Festtag wünsche, lade ich Sie ein, diese Feier im Schoß Ihrer Gemeinschaft und im weiteren Kreis der Ortskirche gebührend zu begehen. Mit brüderlichen Grüßen im Herrn und im heiligen Johannes von Gott
Frater Jesús Etayo
Generalprior






