
Heute, am 1. Oktober 2026, jährt sich die Promulgation des Breves Etsi pro debito von Sixtus V. aus dem Jahr 1586 zum 440. Mal. Es handelt sich dabei weder um ein besonderes Jubiläum noch um einen Anlass, der feierlich begangen werden müsste. Dennoch bietet uns dieses Datum die Gelegenheit, auf die Geschichte des Ordens zurückzublicken und einige grundlegende Etappen seines Weges neu zu entdecken.
Mit diesem Breve erhob Sixtus V. die Gemeinschaft der Barmherzigen Brüder zu einem Orden und erteilte ihnen die Erlaubnis, ein Generalkapitel abzuhalten. Dieses fand im folgenden Jahr, im Juni 1587, in Rom im Krankenhaus auf der Tiberinsel statt. Das Generalkapitel erhielt die Befugnis, die Provinzen Spanien und Italien zu errichten, den Generaloberen in der Person von Frt. Pedro Soriano zu wählen, die Hausoberen zu ernennen und die ersten Konstitutionen des neu gegründeten Ordens auszuarbeiten.
Sich an diese Ereignisse zu erinnern bedeutet nicht einfach, in die Vergangenheit zurückzublicken. Die eigene Geschichte zu kennen bedeutet, die eigene Identität tiefer zu verstehen. Die Entscheidungen, Schwierigkeiten, Einsichten und das Zeugnis der Brüder, die uns vorausgegangen sind, bilden ein lebendiges Gedächtnis, das uns hilft, die Gegenwart zu verstehen und der Zukunft mit größerem Bewusstsein zu begegnen.
440 Jahre nach jenem Breve wird die
Erinnerung an eine bedeutende Etappe in der Geschichte des Ordens so zu einer
Einladung, dieses Gedächtnis zu bewahren und weiterzugeben. Nicht aus
Nostalgie, sondern damit das Charisma der Hospitalität, das im Laufe der
Jahrhunderte unter immer neuen Bedingungen gelebt wurde, auch weiterhin zu den
Menschen heute sprechen kann.