Covid-19: 9. Lagebericht des Generals

 


Rom, 18September 2020

COVID - 19 (9)


An alle Brüder, Mitarbeiter und Mitglieder der Hospitalfamiliedes heiligen Johannes von Gott


Liebe Brüder,Mitarbeitende und Freunde,


zunächst möchteich Sie herzlich grüßen und der Hoffnung Ausdruck geben, dass Sie gesund sindund trotz der, wenn auch mit unterschiedlicher Intensität, sich weiterausbreitenden Corona-Pandemie mit Zuversicht in die Zukunft blicken. Aktuellzählt man weltweit ca. 30 Millionen Infizierte und 950.000 Tote.


Wir seheninzwischen die Folgen der Pandemie auf gesundheitlicher, sozialer undwirtschaftlicher Ebene, auch wenn das volle Ausmaß nach Ansicht der Fachleute nochschwer abzuschätzen ist. Das Pandemiegeschehen wirkt sich nach wie vor starkauf unser Leben aus, vor allem auf unseren Lebensstil wie auch auf unsere Arbeitsprogrammeund Aktivitäten, die durch die Pandemie stark beeinträchtigt sind. Dies erfordertvon uns, kreativ zu sein und neue Wege der Zusammenarbeit und des Umgangsmiteinander zu suchen. Zugleich macht uns die Pandemie für Solidarität und dieSorge um das Gemeinwohl sensibler.


Die Pandemiebreitet sich, wenn auch ungleichmäßig, weiter auf der ganzen Welt aus. Auf demamerikanischen Kontinent, insbesondere in den Vereinigten Staaten, Brasilien,Peru, Kolumbien, Chile und anderen südamerikanischen Ländern hat sich dieSituation in den letzten Monaten weiter verschärft. Aktuell scheint es, dassdie Infektionen zurückgehen. In Asien ist Indien das Land, in dem dieInfektionen am stärksten steigen. In Afrika verlief die Pandemie bisher relativmilde, auch wenn die Infektionen in einigen Ländern zunehmen. In Europa konntedie Situation in den letzten Monaten einigermaßen unter Kontrolle gebrachtwerden, obwohl die Infektionen vor allem in einigen Ländern wieder steigen, sodass bereits von einer zweiten Welle gesprochen wird. Heute ist die Situation aberunter medizinischem Gesichtspunkt viel besser unter Kontrolle. So gibt es imMoment keine Engpässe bei der Versorgung der Kranken in den Krankenhäusern. Aufder anderen Seite werden viele Tests durchgeführt, was dazu führt, dass man vieleasymptomatisch-positive Träger entdeckt.


Obwohl bei derBehandlung von Covid-19 inzwischen wichtige Fortschritte gemacht wurden, liegtdie Hoffnung für eine umfassende Lösung letztendlich doch in einem Schutzimpfstoff.Zahlreiche Forschungsgruppen in mehreren Ländern arbeiten intensiv an derEntwicklung eines solchen Impfstoffes. Einige Kandidaten sind inzwischen soweit fortgeschritten, dass man davon ausgeht, dass ein Impfstoff Ende diesesJahres oder Anfang nächsten Jahres zur Verfügung steht, obwohl Wirksamkeit undvor allem Sicherheit erst noch getestet werden müssen. Bis es soweit ist, solltenwir möglichst angstfrei, aber vorsichtig leben, d.h. die Sicherheitsmaßnahmen befolgen,zu denen wir aufgefordert werden, und verantwortungsbewusst handeln, um vorallem die schwächsten Menschen zu schützen.


Was dieAuswirkungen der Corona-Krise auf den Orden betrifft, so liegt der Brennpunkt, wiein meinem letzten Lagebericht dargestellt, nach wie vor in Amerika, aktuell besondersin Südamerika. Die neuesten akkumulierten Daten, die uns aus dieser Ordensregionvorliegen, stellen sich wie folgt dar: 526 Mitarbeitende haben sich infiziert,einer von ihnen ist verstorben; 1692 bei uns behandelte Patienten sind positivauf das Virus getestet worden, davon sind 53 verstorben. Schließlich gab esinsgesamt 16 positiv getestete Brüder, von denen derzeit noch 8 in häuslicherQuarantäne sind, während ein Bruder aus Kolumbien leider gestorben ist.


Was die Brüder weltweitbetrifft, so haben sich, unter Berücksichtigung der oben genannten Daten,bisher 65 Ordensbrüder infiziert. Davon sind sechs gestorben, 49 haben sich zufriedenstellenderholt, während 10 noch positiv sind.


Die Zahl der infiziertenMitarbeitenden hat sich in der Hauptsache durch die neuesten Daten ausLateinamerika geändert. Im Rest der Welt sind die Infektionen in den letztenMonaten stark zurückgegangen, obwohl es auch dort immer wieder neue Fälle gibt.Insgesamt gab es ordensweit bisher ca. 1500 Mitarbeitende, die sich infiziert haben,von denen drei gestorben sind.


Die Zahl der mitdem Coronavirus infizierten Menschen, die in unseren Krankenhäusern behandeltwurden, plus derjenigen, die in unseren Heimen positiv auf das Virus getestetwurden, beläuft sich auf ca. 6000, von denen 550 gestorben sind. Beten wir für alleMitglieder unserer Hospitalfamilie, die unter den Folgen der Corona-Kriseleiden, für alle Patienten und Heimbewohner in unseren Zentren und für alleMenschen auf der ganzen Welt, die unter den Auswirkungen der Pandemie leiden,sowie für die Verstorbenen.     


Dies war ein zusammenfassendesBild der Situation im Orden auf gesundheitlicher Ebene. Auf wirtschaftlicherEbene sind alle unsere Einrichtungen bemüht, sich an die neue Situation anzupassen,indem sie eng mit den öffentlichen Gesundheitsbehörden zusammenarbeiten und dienotwendigen Maßnahmen für einen effizienten Einsatz der verfügbaren Ressourcen ergriffenhaben. Dennoch werden wir erst, wenn diese Situation endet, die wahren Auswirkungenund Konsequenzen sehen, die sie für viele unserer apostolischen Werke habenwird. Schon jetzt danke ich allen Verantwortlichen, Brüdern wie Mitarbeitenden,für Ihre Bemühungen und Ihren Einsatz, den Fortbestand unseres Dienstes an den Menschenin unseren Zentren zu sichern. Ebenso danke ich allen Brüdern und Mitarbeitendenfür ihren enormen Einsatz und ihre Hingabe in diesen schwierigen Zeiten derPandemie. Dabei möchte ich dieses Mal die sozial orientierten Einrichtungen, Altenheime,Behinderteneinrichtungen, Einrichtungen für psychische Kranke usw. besonderserwähnen und ihnen für den großen Dienst an den Betreuten und ihren Familien danken.


Ordens- undprovinzintern haben sich die Folgen der Pandemie einschneidend auf unsereArbeit und Programme ausgewirkt. Unsere Reisemöglichkeiten sind nach wie vor starkeingeschränkt, was dazu führt, dass viele Aktivitäten und Treffen nur aufvirtueller Ebene stattfinden können. Die Provinzen und Regionen führen imRahmen ihrer Möglichkeiten Begegnungen und Zusammenkünfte auf telematischem Wegdurch. Die Generalkurie hat angesichts der aktuellen Situation ebenfallsbeschlossen, alle geplanten Treffen in Rom bis zum Ende dieses Jahres abzusagen.Wir werden so viele virtuelle Treffen wie möglich abhalten, um einen Großteilder geplanten Initiativen durchzuführen.  


Wie ich bereits inmeinem letzten Bericht mitteilte, wurde die für Oktober geplante ordensweite Versammlungder höheren Oberen im Präsenzmodus annulliert und durch Videokonferenzen  des Generaldefinitoriums mit den Provinzoberennach Regionen ersetzt. Bei diesen kleineren Konferenzen sollen einige Dokumentezu beim Generalkapitel behandelten Themen vorgestellt und andere Punkte, diefür die Provinzen von Interesse sind, diskutiert werden. Ursprünglich dachtenwir angesichts der damaligen Situation, dass das Treffen mit den Provinzialenaus Europa in Rom stattfinden könnte. Bei der Sitzung des Generaldefinitoriumsam 9. September beschlossen wir jedoch, auch dieses Treffen nicht imPräsenzmodus, sondern per Videokonferenz durchzuführen, da die Zahl derInfektionen auch in Europa wieder steigt und es schwierig gewesen wäre, die zurZeit in der Kurie vorgesehenen Sicherheitsmaßnahmen mit einer Gruppe von etwadreißig Personen zu befolgen.


Zurzeit wartetalles auf die neue Enzyklika von Papst Franziskus, die er in den erstenOktobertagen in Assisi am Grab des heiligen Franziskus unterzeichnen wird. DerTitel lautet "Alles Brüder" (Fratelli tutti), der Untertitel„Über Geschwisterlichkeit und soziale Freundschaft“. Es wird sicherlich eine reichhaltigeReflexion auf dem Hintergrund der Pandemie-Zeit sein, die wir durchleben. Ichlade schon jetzt alle ein, das Dokument zu lesen und in der Gemeinschaft und inGruppen damit zu arbeiten. Ich schließe mit einigen Worten, die der Papst beider Generalaudienz am 9. September im Rahmen seiner sechsten Katechese zur Pandemiemit dem Titel "Die Welt heilen. Liebe und Gemeinwohl" an dieGläubigen gerichtet hat.


"EinemVirus, das keine Barrieren, Grenzen oder kulturelle und politischeUnterscheidungen kennt, muss mit einer Liebe ohne Barrieren, Grenzen undUnterscheidungen begegnet werden. Diese Liebe kann soziale Strukturenhervorbringen, die uns ermutigen, zu teilen statt zu konkurrieren, die es unsermöglichen, die Schwächsten einzubeziehen und sie nicht zu verwerfen, und dieuns helfen, das Beste unserer menschlichen Natur zum Ausdruck zu bringen undnicht das Schlechteste. Wahre Liebe kennt die Wegwerfkultur nicht, sie weissgar nicht, was das ist. In der Tat, wenn wir lieben und Kreativität, Vertrauenund Solidarität erzeugen, entstehen dort konkrete Initiativen für dasGemeinwohl. Und dies gilt sowohl auf der Ebene der kleinen und großenGemeinschaften als auch auf internationaler Ebene. Das was man in der Familieoder im eigenen Viertel, im Dorf macht, oder in der großen Stadt oder in derinternationalen Gemeinschaft... Es ist derselbe Same, der wächst und Früchteträgt. Wenn du in der Familie und in der Gemeinschaft mit Neid und Kampfanfängst, wird es in Krieg ausarten. Wenn du hingegen mit Liebe beginnst, Liebeund Vergebung teilst, so wird es Liebe und Vergebung für alle geben.“


Hören wir in dieserPandemie-Zeit auf, gegeneinander zu konkurrieren. Überwinden wir die Grenzen,die uns trennen, indem wir uns für eine Kultur der Gastfreundschaft undBrüderlichkeit einsetzen, die Solidarität und Gemeinschaftssinn erzeugt, dieniemanden ausgrenzt und sich mit besonderer Zärtlichkeit und Liebe um dieÄrmsten und Verletzlichsten kümmert.


Im Zeichen derHospitalität und in Gebetsverbundenheit grüßt Sie brüderlich

 


Frt. Jesús Etayo

Generalprior


Rom, 31 Juli2020

COVID - 19 (8)

 

An alle Brüder, Mitarbeiter und Mitglieder der Hospitalfamiliedes heiligen Johannes von Gott



Liebe Brüder,Mitarbeitende und Freunde,

 

erneut wende ich michan Sie, um Sie über die Coronavirus-Pandemie und ihre Auswirkungen auf denOrden zu informieren. Seit Anfang des Jahres hat die Pandemie, mit einigenUnterschieden, alle Kontinente und alle Länder der Welt erreicht, auch wenn dieFolgen für uns alle in den Bereichen Gesundheit und Wirtschaft sowie auf sozialer,psychologischer und spiritueller Ebene spürbar sind.

 

DieCovid-19-Infektionen nehmen weiter zu: Bis heute haben sich weltweit fast 17Millionen Menschen infiziert, von denen mehr als 660.000 gestorben sind. DieVereinigten Staaten, Brasilien und Indien sind die Länder mit den meistenFällen. Neben ihnen sind zurzeit einige lateinamerikanische Länder, wie Mexiko,Peru, Chile, Argentinien und Bolivien, besonders stark von der Pandemiebetroffen. Wir können nur hoffen, dass in den kommenden Monaten die Inzidenzund die Kraft des Virus in diesen hart getroffenen Ländern abnimmt.

 

In Afrika warendie Auswirkungen bisher nicht so stark, aber allmählich häufen sich auch dort dieCorona-Infektionen, insbesondere in Südafrika und einigen anderen Ländern.Gegenwärtig ist die Situation in den Ländern, in denen der Orden in Afrika präsentist, relativ unter Kontrolle, und in unseren afrikanischen Zentren haben wir bisherkaum Corona-Patienten gehabt.

 

In Europa und inLändern wie China, Korea, Australien und anderen, die zu Beginn der Pandemie schwereZeiten durchlebt haben, ist die Situation besser, auch wenn es lokale Ausbrüchemit Neuinfektionen gibt, die für uns alle Mahnung sein sollten, weiter vorsichtigzu sein und alle vorgesehenen Schutzmaßnahmen zu befolgen, auch wenn dieserneute Einschränkungen erfordern sollte. An einigen Orten tut man sich schwer,die neuen Infektionsherde unter Kontrolle zu bringen, und es wird sogar von derMöglichkeit weiterer Ausbrüche in den kommenden Monaten gesprochen.Letztendlich muss uns allen klar sein, dass wir uns daran gewöhnen müssen, mitdem Virus zu leben, solange es keinen wirksamen Impfstoff gibt.  

 

Was dieAuswirkungen der Corona-Krise auf den Orden betrifft, so liegt der Brennpunktweiterhin in Amerika, insbesondere in Südamerika, wie ich bereits in meinerletzten Mitteilung berichtet habe. Einige Häuser haben schwierige Zeitendurchgemacht oder durchleben gerade schwierige Zeiten. Die aktuellen Daten sind:330 infizierte Mitarbeitende, von denen einer verstorben ist; 779 Corona-Patienten,von denen 21 verstorben sind, sowie 3 positiv getestete Brüder, von denen einerim Krankenhaus behandelt wird.

 

Was die Brüderbetrifft, so haben sich unter Berücksichtigung der oben angegebenen Daten biszu diesem Zeitpunkt 51 Brüder infiziert (davon sind 5 gestorben, wie ich in denvorhergehenden Mitteilungen berichtet habe), 43 haben sich zufriedenstellenderholt.

 

Die Zahl derMitarbeitenden, die positiv auf das Coronavirus getestet wurden, hat sichgeringfügig erhöht. Zusätzlich zu den neu hinzugekommenen Fällen inLateinamerika, gibt es derzeit noch einige weitere auf den anderen Kontinenten,aber die Inzidenz ist im Moment, wie gesagt, sehr gering. Jedenfalls haben sichseit Beginn der Pandemie mehr als 1000 Mitarbeitende infiziert, von denen 3,wie wir bereits berichtet haben, gestorben sind.

 

Es ist schwierig,eine genaue Zahl der Corona-Patienten, die in unseren Krankenhäusern behandeltwurden, und derjenigen, die in unseren Wohn- und Sozialzentren positiv auf dasVirus getestet wurden, anzugeben. Schätzungsweise dürfte ihre Zahl inzwischenbei ca. 5000 liegen. Davon sind ca. 500 gestorben. Lasst uns alle zum Herrnbeten für die Mitglieder unserer Ordensfamilie, die von dem Virus betroffensind, für alle Patienten in unseren Zentren und für alle Menschen auf derganzen Welt, die unter den Auswirkungen der Pandemie leiden.     

    

Dies sind zumheutigen Zeitpunkt die wichtigsten Fakten zur Pandemie und zu ihrenAuswirkungen auf die Welt und den Orden. Wie ich bereits sagte, wissen wirnicht, wie sich die Pandemie weiter entwickeln wird, aber es ist klar, dass wirweiterhin mit ihr leben müssen, zumindest bis es einen wirksamen Impfstoffgibt. Es stimmt zwar, dass wir immer mehr über das Virus wissen und lernen unddeswegen besser damit umzugehen in der Lage sind, auch wenn nicht alle Länderüber die gleichen Mittel im Kampf gegen das Virus verfügen. Tatsache istjedoch, dass die Pandemie einschneidende Folgen für die Weltwirtschaft undinsbesondere für die Wirtschaft vieler Länder hat, die bereits vorher in einerschwierigen Lage waren. Die Pandemie hat die prekäre Lage dieser Länderzusätzlich verschärft und die medizinische Versorgung, Arbeitslosigkeit, Armut,Hunger und andere Krankheiten verschlimmert. In diesem Sinne habe ich in meinervorherigen Mitteilung von einer "neuen Normalität" gesprochen, dienatürlich wenig mit der Normalität zu tun hat, an die wir bisher gewohnt waren.

 

Es sind jetztetliche Monate, dass wir erleben, wie die Pandemie immer weiter um sich greift.Da ist es normal, dass Unsicherheit und manchmal auch Pessimismus wachsen.Wenig behilflich dabei waren leider die Entscheidungen und Handlungen bestimmterpolitischer Entscheidungsträger, die pädagogisch in die falsche Richtung gingenund über die wir alle aus den Medien erfahren haben. Deshalb ist es heute mehrdenn je wichtig, weiterhin an alle, insbesondere an die jungen Menschen, zuappellieren, Verantwortung und Solidarität gegenüber den Menschen zu zeigen, dieam meisten gefährdet sind: alte Menschen, Menschen mit chronischen Krankheitsbildern,Arme, Randgruppen sowie all denjenigen, die durch den Verlust ihresArbeitsplatzes und anderer sozialer, psychologischer und spiritueller Umständeam unmittelbarsten unter den Folgen der Pandemie leiden.

 

Angesichts derunverminderten Ausbreitung der Pandemie, möchte ich noch einmal betonen, dassdie beste Garantie, um richtig mit dieser Situation umzugehen, die Hospitalitätist. Wir können sagen, dass wir als Johann von Gott-Familie zurzeit einen charismatischenNotstand erleben, in dem wir das Beste von uns in den Dienst der Armen,Kranken und Bedürftigen stellen müssen, und zwar nicht nur zur Bewältigung der aktuellenGesundheitskrise, sondern auch zur Bewältigung der wirtschaftlichen undsozialen Krise, die auf uns zukommt. Ich weiß, dass man überall im Orden großeAnstrengungen unternimmt, eine angemessene charismatische Antwort auf diederzeitige Notlage zu geben. Aus diesem Grund möchte ich noch einmal allen Brüdern,Mitarbeitenden und Freunden der Familie des heiligen Johannes von Gott aufrichtigfür den Einsatz und Dienst an der Seite der Menschen, die von der Corona-Krisebetroffen sind, danken. Sie geben damit ein leuchtendes Zeugnis für dieHospitalität, die uns der heilige Johannes von Gott als Erbe hinterlassen hat.

 

Die Auswirkungender Corona-Krise beeinflussen nach wie vor die Dynamik und das Leben desOrdens. Unsere Mobilität ist weiterhin stark eingeschränkt. Zahlreiche dergeplanten Aktivitäten können nur auf telematischem und virtuellem Weg durchgeführtwerden, sowohl auf Ebene der Generalkurie wie auch auf Ebene der Provinzkurien.Im Prinzip ist es zurzeit nur in Europa möglich, sich relativ frei zu bewegen.Tatsächlich konnten wir hier inzwischen einige Treffen mit der Präsenz derTeilnehmenden abhalten. Ob dies auch in Zukunft möglich sein wird, wird die Entwicklungin den kommenden Monaten zeigen.

 

Vor einigen Tagenhielten die Mitglieder des Generaldefinitoriums eine Videokonferenz ab, umeinige wichtige Themen zu behandeln und über die aktuelle Situation in denverschiedenen Regionen des Ordens zu berichten. Dabei wurde unter anderemangesichts der Tatsache, dass die für die erste Oktoberwoche in Rom geplanteProvinziale-Konferenz abgesagt werden musste, beschlossen, separate Treffen desGeneraldefinitoriums mit den Provinzialen nach Regionen zu organisieren, um zumindesteinige der geplanten Themen zu bearbeiten und einige Dokumente zur Umsetzung inden Provinzen vorzustellen. Einige Dokumente werden demnächst den Provinzialenzum Studium und zur Lektüre zugehen. Die schriftliche Einladung zu diesenTreffen wird in der ersten Septemberhälfte erfolgen. Die Treffen werden in Formvon Videokonferenzen durchgeführt und in den ersten zwei Oktoberwochenstattfinden. Nur das Treffen der Provinziale der europäischen Region ist inForm einer Präsenzsitzung vorgesehen, vorausgesetzt, die Pandemie lässt es zu. Eswurde auch vereinbart, zu versuchen, so viele Sitzungen der General- undRegionalkommissionen wie möglich per Videokonferenz abzuhalten, die für diesesJahr geplant sind. Alle anderen Aktivitäten in Form von Präsenzsitzungen bleibenabgesagt, solange nicht eine entsprechende Mobilität erlaubt ist.

 

Ich schließe diesesMal mit einigen Worten aus einem Schreiben mit dem Titel "Lasst unsfüreinander sorgen, wie Gott der Erlöser für uns sorgt", mit dem sichdie Vorsitzenden der Generaloberinnenkonferenz bzw. Generaloberenkonferenz,Schw. Jolanta Kafka RMI und P. Arturo Sora SJ, am 29. Juni 2020 an die Ordensleutein aller Welt gewandt haben:

 

"Der HerrJesus hat versprochen, dass er jeden Tag bis zum Ende der Geschichte bei uns bleibenwird, und hat uns seinen Geist geschenkt, damit wir uns an alles erinnern, waser vom Vater gelernt und uns, seinen Jüngern, weitergegeben hat.

 

Als Ordensleutesind wir aufgerufen, die Zärtlichkeit Gottes zu bezeugen und zu zeigen, dasssich Gott, in und durch Jesus, um alle Menschen kümmert; wir sind aufgerufen,uns um das Leben der vielen „ausrangierten“ Menschen zu kümmern, deren Zahl sichdurch die Pandemie infolge der ungerechten Strukturen unserer Welt exponentiellvervielfacht hat, weil man nicht fähig ist, den Menschen und das Gemeinwohl inden Mittelpunkt der lokalen, nationalen und globalen politischen Entscheidungenzu stellen.

 

Wir sindaufgerufen, uns um die Gegenwart und die Zukunft der Menschheit in Bezug aufdie Umwelt zu kümmern, indem wir junge Menschen begleiten und von ihnen lernen,um den Sinn unseres Lebens und unserer Sendung als Personen des geweihtenLebens zu erneuern.

 

Angesichts soviel Achtlosigkeit, die durch die Pandemie deutlich geworden ist, wollen wirals Ordensleute Prozesse in Gang setzen, die uns zu einer Kultur der Achtsamkeitführen, und zwar durch einen tiefen Dialog mit unseren Weggefährten imApostolat, damit unter größtmöglicher Achtung des Gewissens und der Berufung einesjeden ein Klima der gemeinsamen Entscheidungsfindung entsteht, die unserapostolisches Programm erhellt und dazu beiträgt, alle Dinge in Christus zuversöhnen. Sich um andere kümmern und andere um sich kümmern lassen, ist derWeg, um als Ordensleute in einer universellen Dimension zu wachsen."

 

Treten wir indieser Zeit der Pandemie mutig für eine Kultur der Achtsamkeit ein, besonders gegenüberden Schwächsten und Verletzlichsten, damit die Hoffnung und Zuversicht, die derGott des Lebens uns schenkt, weiterhin das Leben der Menschen erfüllen. Kümmernwir uns umeinander, mit der Zärtlichkeit und Gastfreundschaft, mit der sich Gottum uns kümmert!

 

Im Band derHospitalität und des Gebets grüßt Sie brüderlich

 

Frt. Jesús Etayo

Generalprior



Rom, 30.Juni 2020

COVID - 19 (7)


An alle Brüder,Mitarbeiter und Mitglieder der Hospitalfamilie des heiligen Johannes von Gott


Liebe Brüder,Mitarbeitende und Freunde,


vor circa einemMonat habe ich Ihnen zum letzten Mal über die Coronavirus-Pandemie und ihreAuswirkungen auf unsere Ordensfamilie weltweit geschrieben. Bedauerlicherweisehaben sich die Dinge in der Zwischenzeit nicht verbessert. Es hat sich zwar diegeographische Ausbreitung verändert, aber die Realität ist, dass sich das Virusweiterhin in beunruhigender Weise verbreitet und sich immer mehr Menschenanstecken. Gegenwärtig sind fast zehn Millionen Menschen mit Covid-19infiziert, von denen etwa eine halbe Million gestorben und fünf Millionengeheilt worden sind.


Das Epizentrumder Pandemie liegt nicht mehr in Europa, sondern hat sich nach Amerikaverlagert, sowohl nach Nordamerika, insbesondere in die Vereinigten Staaten,als auch nach Mittel- und Südamerika, wobei Brasilien, Peru, Chile und Mexikoam stärksten betroffen sind, obwohl die Situation auch in anderen Ländern derRegion besorgniserregend ist.


Ein weitererwichtiger Brennpunkt der Pandemie ist Indien mit inzwischen mehr als einerhalben Million Infizierten und mehr als 15.000 Toten. Auf dem afrikanischenKontinent grassiert die Coronavirus-Pandemie derzeit nicht so stark, obwohl dieZahl der Infektionen steigt und befürchtet wird, dass sie später stark zunehmenkönnte, was hoffentlich zum Wohl aller nicht eintritt.


In Europa und inLändern wie China, Korea, Australien und anderen hat sich die Situationverbessert. Ausgangssperren und umfassende Quarantänemaßnahmen wurden wiederaufgehoben und es gibt eine Rückkehr zu dem, was man als "neueNormalität" bezeichnet, sprich ein Leben mit bestimmten Kontroll- undSicherheitsmaßnahmen. Das Ziel dieser Maßnahmen ist es, Rückschritte zu vermeiden,die zu neuen Einschränkungen führen würden. Bisher konnten neu auftretendeInfektionsherde schnell und wirksam unter Kontrolle gebracht werden. Trotzdembesteht vonseiten der Spezialisten die Befürchtung, dass es im Herbst oderWinter zu einer neuen Ansteckungswelle kommen könnte. Diese neue Normalitätwird zumindest solange bestehen bleiben, bis es einen wirksamen Impfstoff gibt,dessen Entwicklung aber noch einige Zeit dauern dürfte, auch wenn die Prüfungs-und Testphasen verkürzt wurden.


Die Auswirkungender Corona-Pandemie auf den Orden haben sich je nach Epizentrum geändert. SolangeEuropa das Epizentrum war, waren die Folgen dort in bestimmten Teilen bekanntlichsehr heftig. Im Moment ist das Infektionsgeschehen stark zurückgegangen und dieSituation scheint im Großen und Ganzen unter Kontrolle zu sein.


Was die Brüderdes Ordens betrifft, so gibt es heute auf der ganzen Welt keinen Bruder mehr,der infiziert ist. Insgesamt haben sich bis heute 47 Brüder infiziert, vondenen fünf, wie ich in früheren Mitteilungen berichtete, gestorben sind und 42sich zufriedenstellend erholt haben.


Die Zahl derMitarbeiter, die bisher positiv auf das Coronavirus getestet wurden, ist sehrhoch. Alle sind bis auf drei, die leider gestorben sind, wieder genesen. Wirhaben zwar keine genaue Zahl, wie viele Mitarbeitende bisher infiziert wurden,aber es sind mindestens 800. Davon sind immer noch ca. 200 positiv, vor allemin Einrichtungen in Nord- und Südamerika. Dazu kommen einige wenige in Europaund sehr wenige in Afrika.


Zählt man die mitdem Coronavirus infizierte Patienten, die in unsere Krankenhäuser eingeliefertwurden, und Heimbewohner, die in unseren Pflege- und Sozialeinrichtungenpositiv auf das Virus getestet wurden, zusammen, so können wir sagen, dass es bisheute an die 4000 Corona-Fälle in unseren Häusern gegeben hat, von denen ca. 400gestorben sind.


Dies sind diegroben Daten darüber, wie sich die Covid-19-Pandemie bisher untergesundheitlichem und medizinischem Gesichtspunkt auf den Orden ausgewirkt hat.Wie ich bereits in früheren Mitteilungen angedeutet habe, gibt es jedoch auch andereBereiche, die von der Pandemie stark betroffen sind, wie zum Beispiel daswirtschaftliche, soziale und auch das spirituelle Leben. An einigen Orten wurdenmit der gebotenen Vorsicht die wirtschaftlichen Aktivitäten in allen Sektorenwieder aufgenommen. Dennoch wird überall eine empfindliche Wirtschaftskrise erwartet,mit einem großen Verlust an Arbeitsplätzen für viele Menschen, was zu vielenSchwierigkeiten auf sozialer und familiärer Ebene führen wird. Dazu kommt, dassheute niemand genau weiß, wie sich die Pandemie entwickeln wird. EineZuspitzung könnte ein noch schwierigeres und komplizierteres Szenariodarstellen.


Vielerorts, vorallem dort, wo die Situation mehr unter Kontrolle zu sein scheint, ist voneiner "neuen Normalität" die Rede. Ein wirklich neuer Ausdruck, deran sich schon impliziert, dass es sich nicht um eine echte Normalität handelt. Dasliegt daran, dass wir, obwohl wir uns in vielen Bereichen wieder relativ freibewegen können, dauernd "fast wie bedroht" fühlen, weil wir unsereWachsamkeit angesichts eines möglichen und wahrscheinlichen Wiederaufflammensder Epidemie nicht verringern dürfen, was so auch richtig ist. Wir müssen diesoziale Distanzierung wahren, Mund-Nasen-Schutzmasken tragen, uns häufig dieHände waschen und viele andere Dinge mehr. Wir können wieder ins Freie gehen, Mitbrüder,Angehörige, Freunde und Bekannte treffen, aber immer "mit Vorsicht".Auf jeden Fall ist das schon viel für jemand, der monatelang praktisch „zuHause eingesperrt“ lebte. Wir können wieder arbeiten, aber mit Vorsicht,Sitzungen abhalten, aber mit der richtigen Distanzierung. Vor diesemHintergrund hat auch die Arbeit im Homeoffice definitiv an Bedeutung gewonnen undsind die verschiedenen Online-Plattformen, die es uns ermöglichen, Videokonferenzenjeder Art abzuhalten, so wichtig geworden. Wir können wieder ins Restaurant, Kinousw. gehen und an bestimmte Orte reisen... aber immer "mit Vorsicht",und das solange, bis es einen wirksamen Impfstoff gibt.


Diese neueNormalität ist daher grundsätzlich von Unsicherheit geprägt. Wir dürfenund können in unserer Wachsamkeit nicht nachlassen. Die neue Normalitätverlangt darüber hinaus viel Verantwortung, da das Ignorieren vonAufrufen zur Vorsicht auch andere beeinträchtigen kann. Altruismus und Solidaritätsind gefragt, denn das Coronavirus bedroht das Leben der Menschen, unsereLebensweise und sogar den Lebensunterhalt, wobei wie immer die Ärmsten undVerletzlichsten besonders bedroht sind. Aus diesem Grund müssen wir diese neuePhase der neuen Normalität im Zeichen der Hospitalität angehen, d.h. verantwortungsbewusst,uneigennützig, solidarisch, inklusiv und hellhörig für die Nöte der anderen.


In früherenMitteilungen sagte ich Ihnen, während wir in vielen Teilen der Welt,insbesondere in Europa, im Lockdown lebten, dass dies die Stunde der Hospitalitätist. Heute sage ich das Gleiche für die Orte auf der Welt, an denen man noch mitstarken Einschränkungen und Ausgangssperren lebt. Aber auch für diejenigen vonuns, für die eine "neue Normalität" begonnen hat, bleibt dies dieStunde der Hospitalität. Dies ist die Stunde, aus uns herauszugehen und mitVerantwortung, Altruismus und Solidarität offen für die vielen Menschen zu sein,die durch die neue Situation in Unsicherheit und Prekarität leben. Ich lade nocheinmal alle Brüder, Kommunitäten und Zentren ein, sensibel für die Bedürfnisseder Menschen in dieser Zeit zu sein und ihnen altruistisch, kreativ und mutigzu helfen. Bitte teilen Sie dem Generalsekretariat der GeneralkurieInitiativen und Projekte mit, die von den Provinzen, Zentren und Konventenim Einklang mit dem, was ich gerade gesagt habe, durchgeführt werden. Es wäreschön, diese Initiativen zu teilen, z.B. dadurch, dass wir sie dem ganzen Ordenüber unsere Webseite bekannt machen.


DieCoronavirus-Pandemie hat natürlich auch die Arbeit und die Aktivitäten desOrdens, der Provinzkurien und der Generalkurie, stark beeinträchtigt. Wirmussten fast alle geplanten Reisen, Besuche und Treffen in Rom absagen. Währenddieser Zeit haben wir mehrere Sitzungen des Generaldefinitoriums perVideoschalte abgehalten, um wesentliche Fragen des Ordens zu behandeln und zu beantworten.Am 25. Juni haben wir die letzte dieser Sitzungen abgehalten. Dabei wurde angesichtsder voraussichtlichen weltweiten Entwicklung der Pandemie beschlossen, die für2020 geplanten kanonischen Generalvisitationen sowie die für Anfang Oktobergeplante Provinziale-Konferenz abzusagen. Sicherlich werden anstelle dieserTermine einige Treffen mit den Provinzialen online geplant, entweder nachRegionen oder nach Sprachen, um gemeinsam dringende Fragen zu behandeln undInformationen auszutauschen. Wir werden uns in der Generalkurie bemühen, die geplantenSitzungen, Kommissionen und Arbeitsgruppen soweit möglich zumindest perVideokonferenz abzuhalten. Wenn sich an der aktuellen Situation nicht vieländert, bleiben alle Präsenztreffen und Reisen, zumindest interkontinentale,bis auf weiteres abgesagt.


Ich möchte nocheinmal allen Brüdern, Mitarbeitenden und Freiwilligen des Ordens für ihren beispielhaftenEinsatz, ihren Dienst und ihr Engagement im Kampf gegen die Pandemie danken. Ichweiß, dass Sie ihre Arbeit oft unter sehr schwierigen Bedingungen erfüllthaben. Mit ihrem Beispiel ehren Sie die Gestalt des heiligen Johannes von Gottund vieler anderer Brüder und Mitarbeiter, die sich im Laufe der Geschichte desOrdens, ohne auf sich selbst zu schauen, vorbildhaft im Kampf gegen Leid, Armutund Krankheit eingesetzt haben, auch in Situationen schwerer Epidemien, dievielen Menschen das Leben gekostet haben. Das war und ist der Preis für gelebteHospitalität. Lasst uns zum Herrn beten, dass niemand mehr sein Leben verliertund sich möglichst auch niemand mehr infiziert. Ansonsten seien wir jedoch wahreBarmherzige Brüder mit der gleichen Tiefe und Verantwortung wie unsereVorgänger.


Ich schließe miteinigen inspirierenden Worten, die Papst Franziskus am 31. Mai 2020 in einemSchreiben an die Priester der Diözese Rom gerichtet hat:


»Jesus trat inihre Mitte und sagte zu ihnen: Friede sei mit euch! Nach diesen Worten zeigteer ihnen seine Hände und seine Seite. Da freuten sich die Jünger, als sie denHerrn sahen. Jesus sagte noch einmal zu ihnen: Friede sei mit euch!« (Joh20,19-21).


Der Herr hatkeine ideale Situation gewählt oder gesucht, um sich im Leben seiner JüngerBahn zu brechen. Sicher hätten wir es vorgezogen, wenn all das, was passiertist, nicht geschehen wäre. Aber es ist passiert. Und wie die Emmausjüngerkönnen auch wir weiter traurig auf dem Weg murren (vgl. Lk 24,13-21). Als derHerr bei verschlossenen Türen in das Obergemach trat, mitten in Isolierung,Angst und Unsicherheit, in der sie lebten, war er in der Lage, jede Logik zuverwandeln und der Geschichte und den Ereignissen eine neue Bedeutung zuverleihen. Jede Zeit ist geeignet, Frieden zu verkünden, keine Situation istseiner Gnade beraubt. Seine Gegenwart inmitten des Eingeschlossen-Seins und dererzwungenen Abwesenheit kündet für die Jünger von damals wie für uns heuteeinen neuen Tag an, der Bewegungslosigkeit und Resignation in Frage zu stellenund im Dienst an der Gemeinschaft alle Gaben zu mobilisieren vermag. Durchseine Gegenwart ist das Eingeschlossen-Sein fruchtbar geworden und hat derneuen Gemeinschaft der Apostel Leben geschenkt."


Die Gegenwart desHerrn verwandelt alles. Möge inmitten von Ungewissheit und Schwierigkeiten dieHoffnung und das Vertrauen herrschen, die der Friede des Auferstandenen, der inunserer Mitte lebt, uns bietet.


Im Band derHospitalität und des Gebets grüßt Sie brüderlich



Frt. Jesús Etayo

Generalprior



Rom, 20 Mai2020

COVID - 19 (6)


An alle Brüder, Mitarbeiter und Mitglieder der Hospitalfamiliedes heiligen Johannes von Gott


Liebe Brüder,Mitarbeitende und Freunde,


dies ist jetztbereits der sechste Situationsbericht, den ich an Sie im Zusammenhang mit derCoronavirus-Pandemie sende. Die Pandemie hat sich inzwischen auf die ganze Weltausgeweitet, auch wenn die Auswirkungen für die Bevölkerung von Land zu Landverschieden sind. Heute sind weltweit fast fünf Millionen Menschen als Covid-19-positivdiagnostiziert worden und mehr als 325.000 sind gestorben. Es gibt aberinzwischen auch viele Tausende von Menschen, die geheilt wurden. Die Pandemie bestimmtweiterhin unser Leben, an einigen Orten zum ersten Mal, an anderen hat manAngst vor neuen Ansteckungswellen. Alles wartet auf einen Impfstoff, derwirksam die Infektion abwehrt und die gesamte Weltbevölkerung schützt. DieEntwicklung und Anwendung eines solchen Impfstoffes wird jedoch noch einigeZeit in Anspruch nehmen. Niemand kann sagen, wann es soweit sein wird.


In vielen Teilender Welt verzeichnet man dank der ergriffenen restriktiven Notfallmaßnahmen einendeutlichen Rückgang der Infektionen und Todesfälle. Die Länder, in denen dieSchutzmaßnahmen gegriffen haben, treten nun in eine neue Phase, mit wenigerEinschränkungen, um allmählich zu einer "neuen Normalität"zurückzukehren, wie einige sagen. Es gibt jedoch die Befürchtung, dass man vonneuen Ansteckungsquellen zurückgeworfen werden könnte. An anderen Orten geltennach wie vor strenge Beschränkungen, an anderen erwartet man noch die virulentestePhase des Coronavirus.


Was den Orden, seineKonvente und seine Zentren betrifft, so hat sich die Lage im Allgemeinen imMoment beruhigt. Die meisten Brüder, die sich infiziert haben, sind inzwischenwieder negativ, mit Ausnahme von drei, von denen wir hoffen, dass sie in dennächsten Tagen negativ getestet werden. Einige der Brüder, die wieder negativsind, benötigen jedoch aufgrund der Folgen, die das Virus hinterlassen hat,weiterhin Behandlung und medizinische Versorgung.


Dasselbe gilt fürunsere Mitarbeiter. Viele sind infiziert worden, aber Gott sei Dank geht es denmeisten wieder gut. Es gibt immer noch eine bedeutende Gruppe, die inQuarantäne ist, und bedauerlicherweise haben wir auch den Tod eines Mitarbeitersin Kolumbien zu beklagen, der kürzlich am Coronavirus gestorben ist.


Auch die Zahl derCovid-19-Patienten, die in unseren Zentren behandelt werden, ist starkrückläufig. Es gibt immer noch mehrere Krankenhäuser, vor allem in Europa, diePatienten mit dem Coronavirus behandeln. Insgesamt wurden bei uns mehr als2.000 Menschen mit Covid-19 behandelt, von denen etwa 300 gestorben sind.


In den Ländern,in denen man nun in die zweite Phase tritt, weil Ansteckungen und Todesfälledurch das Virus erheblich zurückgegangen sind, erkennt man, dass dieAuswirkungen von Covid-19 nicht nur gesundheitlicher, sondern auch sozialer,wirtschaftlicher, spiritueller und institutioneller Natur sind. In der Tat wirdviel über die Notwendigkeit diskutiert, die Beschränkungen aufzuheben und dieWirtschaft wieder zu öffnen, weil sonst die wirtschaftliche und soziale Krise,die wir erleben, immer tiefgreifender werden könnte.


Papst Franziskussagt: "Die Glaubwürdigkeit der Kirche führt über den Weg derbarmherzigen und mitleidenden Liebe" (Misericordiae Vultus, 10). In einemmeiner vorherigen Berichte schrieb ich, dass dies die Stunde der Hospitalitätist. Es ist die Stunde zu bezeugen, dass der mitleidende und barmherzigeChristus des Evangeliums unter den Menschen gegenwärtig ist (vgl.Konstitutionen des Ordens, 5). Es ist die Stunde, mit der gebotenen Vorsichtaus uns herauszugehen, um den Bedürftigen, sprich den Opfern dieserPandemie, nicht nur auf gesundheitlicher, sondern auch auf sozialer,wirtschaftlicher und spiritueller Ebene zu helfen. So werden wir die Kircheglaubwürdig machen. So werden wir als Orden und Familie des heiligen Johannesvon Gott glaubwürdig sein.


Aufinstitutioneller Ebene, d.h. auf der Ebene des Ordens, sehen wir aufgrund derdurch die Pandemie verursachten Krise für viele Zentren und Werke des Ordensgroße Schwierigkeiten voraus. Es gibt bereits Zentren, die viele Diensteschließen mussten, andere, die ihre Tätigkeit stark eingeschränkt sehen, weil diePatienten ausbleiben. Daneben gibt es viele andere Gründe, die unsere Einrichtungenin eine Krise stürzen könnten. Wir müssen auf solche Krisensituationenvorbereitet sein und auf die bestmögliche Art und Weise gegensteuern, indem wirkonkrete und zeitnahe Pläne entwickeln, um unsere Dienste und Ressourcen so anzupassen,dass keine übermäßigen Schulden entstehen, die später die Lebensfähigkeit unsererEinrichtungen in Frage stellen könnten. Wir müssen im Rahmen des Möglichen soeng wie möglich auf Provinzebene zusammenarbeiten, und wir müssen auch offensein, anderen Provinzen und Zentren zu helfen, die aufgrund ihrer Situation undder Auswirkungen der Pandemie in besonders großer Not sind. Wie immer, vertrauenwir auf die Großzügigkeit und auf die Solidarität aller Werke und Personenunseres Ordens. Auch innerhalb des Ordens ist heute die Stunde derHospitalität.


Auf sozialerEbene nehmen die Probleme trotz der Bemühungen der Regierungen, den Menschen zuhelfen, enorm zu: Viele Menschen verlieren ihren Arbeitsplatz, andere müssenihre Unternehmen und Betriebe schließen, weil sie nicht mehr lebensfähig sind,vielen Menschen beginnt das Lebensnotwendige zu fehlen und sie müssen Hilfe um Essen,Kleidung und dem Notwendigsten beantragen. Andere haben nicht die Mittel, umweiterhin ihre Miete zu bezahlen, und werden höchstwahrscheinlich ihreWohnungen usw. verlieren. All dies sind sehr traurige Situationen, die unsnicht untätig und gleichgültig lassen dürfen. Deswegen bitte ich Sie in demMaße, in dem jede Provinz und jedes Haus dazu in der Lage ist, Räume derSolidarität und der Hilfe für die Menschen in Ihrer Umgebung zu schaffen, die inernsthafter sozialer Not sind, einschließlich der Menschen, die in unserenapostolischen Werken arbeiten. Ich weiß, dass viele von Ihnen bereits sohandeln, und ich weiß auch, dass es unter den gegebenen Umständen schwierigist, allen zu helfen. Aber eine unserer Qualitäten ist ja Kreativität. Hospitalitätfindet immer neue Wege, um den Menschen zu helfen. Schauen wir dabei vor allem aufdie Menschen, die in der Umgebung unseren Zentren leben und helfen wir ihnen, sogut wir können, vor allem bei grundlegenden Bedürfnissen, oder arbeiten wir mitanderen Einrichtungen zusammen, die sich wie wir um die Bedürftigsten kümmern,damit niemand zurückbleibt. Ich lade Sie alle ein, insbesondere die Brüder,Pioniere und Förderer solcher Projekte zu sein, denn heute ist mehr denn je dieStunde der Hospitalität... Wir müssen auch hier in vorderster Liniestehen.


Weitere einschneidendeFolgen der Pandemie zeichnen sich auf Ebene der zwischenmenschlichenBeziehungen, der psychischen Gesundheit sowie in spirituellen und religiösenFragen ab. In meinem vorhergehenden Bericht habe ich die Verantwortlichen undMitarbeiter unserer geistlichen und religiösen Betreuungsdienste ermutigt, sichin dieser Zeit mit besonderer Achtsamkeit um diese Dimension bei den Patienten,ihren Familien und den Mitarbeitern zu kümmern. Ich möchte diese Einladung hiernoch einmal bekräftigen und wende mich dabei nicht nur an die direktVerantwortlichen, sondern an alle Brüder und Mitarbeitende und ganz allgemeinan alle Mitglieder der Familie des heiligen Johannes von Gott, sich zurVerfügung zu stellen, um allen Personen zuzuhören, sie zu begleiten, zubetreuen und ihnen zu helfen, denn die persönlichen, familiären, sozialen undwirtschaftlichen Folgen der Pandemie, die wir gerade erleben, sind sehr großund verursachen viel Leid. Auch in diesem Bereich schlägt heute für den ganzenOrden und einem jeden von uns die Stunde der Hospitalität... die Stunde,zuzuhören, zu begleiten und Hoffnung zu geben.


Inmitten derschmerzvollen Situation, in der wir leben, spricht der Geist des auferstandenenHerrn weiterhin zu uns durch die vielen Zeichen der barmherzigen undmitfühlenden Liebe, die wir jeden Tag in unseren Zentren und in der ganzen Welterleben dürfen. Darüber hinaus ist der Heilige Geist, den wir bald zu Pfingstenempfangen dürfen, weiterhin inmitten seiner Kirche und unseres Ordensgegenwärtig und zeigt uns neue Wege, Gottes barmherzige und mitfühlende Liebedurch die Hospitalität sichtbar zu machen. Die Möglichkeiten zu helfen, die icheben angedeutet habe, sind nur einige Beispiele, die ich Sie einlade, in jederProvinz, jeder Kommunität und jedem Werk zu konkretisieren, denn der Geist desHerrn sagt zu einem jeden von uns: Dies ist die Stunde der Hospitalität:Brecht auf!


Wie in jedemmeiner Schreiben seit Beginn der Pandemie möchte ich auch in diesem noch einmalallen Brüdern, Mitarbeitern und Freiwilligen meinen aufrichtigen Dank für ihrenbeispielhaften und großherzigen Dienst aussprechen. Mit Ihrer Arbeit bezeugenSie das Beste, was unsere Institution zu bieten hat: Gastfreundschaft undDienstbereitschaft für jeden Menschen. Der heilige Johannes von Gott ist stolzauf Sie!


Seit mehr alszwei Monaten ist das Leben der Generalleitung auf Italien, eigentlich auf dieGeneralkurie in Rom, beschränkt. Nun sind die Maßnahmen gelockert worden, aber Reisenund viele der geplanten Treffen sind immer noch nicht möglich. Einige, wie z.B.die Sitzungen des Generaldefinitoriums, konnten wir per Videokonferenz abhalten,um zumindest die dringendsten Dinge zu behandeln. Wir wissen immer noch nicht,wann wir zum normalen Betrieb zurückkehren können, aber wir befürchten, dass diesnoch einige Zeit dauern wird, auch wenn sich nach und nach einige Dinge lösenwerden. Vorerst mussten wir alle bis Juli geplanten kanonischenGeneralvisitationen sowie alle in Rom geplanten Treffen absagen. Wir sahen unsauch gezwungen, die Versammlungen, die im Zusammenhang mit dem Zusammenschluss derspanischen bzw. lateinamerikanischen Provinzen für Juni bzw. Juli geplant waren,zu verschieben. Je nachdem, wie sich die Pandemie entwickelt, werden wir sehen,ob die von der Generalleitung geplanten Aktivitäten von August bis Ende desJahres durchgeführt werden können.


In meiner Osterbotschaftteilte ich Ihnen mit, dass am 1. Mai die Feier des Jubiläumsjahres aus Anlassdes 30. Jahrestages der Heiligsprechung des heiligen Richard Pampuri zu Endegegangen ist. Wie erinnerlich, war das Jubiläumsjahr von S.E. Msgr. CorradoSanguineti, Bischof von Pavia, veranlasst worden. Der Orden hat daran vor allemmit der Mailändischen Provinz teilgenommen. Heute darf ich Ihnen mitteilen,dass angesichts der Tatsache, dass die Coronakrise Italien für mehr als zweiMonate lahmlegte, die Apostolische Pönitentiarie auf Antrag des Bischofs vonPavia die Verlängerung des Jubiläumsjahres bis zum 1. Mai 2021 erlaubt hat.


Lassen Sie michdieses Schreiben mit einigen Worten von Papst Franziskus schließen: "Jetzt,da wir an eine langsame und mühsame Erholung von der Pandemie denken, schleichtsich genau diese Gefahr ein: dass man diejenigen vergisst, die zurückgebliebensind. Es besteht die Gefahr, dass uns ein noch schlimmeres Virus trifft, undzwar das eines gleichgültigen Egoismus. Es überträgt sich ausgehend von derIdee, dass das Leben besser wird, wenn es besser wird für mich, dass alles gutausgeht, wenn es gut ausgeht für mich. Damit fängt es an, und schließlichgelangt man dazu, Menschen auszuwählen, die Armen auszusondern und diejenigenauf dem Altar des Fortschritts zu opfern, die dahinter zurückbleiben. DiesePandemie erinnert uns jedoch daran, dass es keine Unterschiede und keineGrenzen zwischen den Betroffenen gibt. Wir sind alle zerbrechlich, alle gleich,alle wertvoll. Das was geschieht, rüttelt uns auf. Es ist an der Zeit, dieUngleichheit zu beseitigen, die Ungerechtigkeit zu heilen, die die Gesundheitder gesamten Menschheit bedroht!" (Homilie am Barmherzigkeitssonntag, Rom19. April 2020). Es ist an der Zeit, gelebte Gastfreundschaft zu bezeugen, beiden Kranken, Armen und Bedürftigen, bei den Verletzlichsten, die am meistendavon bedroht sind, vom Virus des gleichgültigen Egoismus ausgesondert zu werden.


Im Band derHospitalität und des Gebets grüßt Sie brüderlich

      

Frater JesúsEtayo

Generalprior


Rom, 28. April 2020

COVID - 19 (5)

 

An alle Brüder,Mitarbeiter und Mitglieder der Hospitalfamilie des heiligen Johannes von Gott

Liebe Brüder, liebe Mitarbeitende, liebe Freunde,

die Coronavirus-Pandemie breitet sich weiter aus und hatpraktisch die ganze Welt erreicht. Die Infektionen nehmen täglich zu, ebensowie die Zahl der Todesfälle. Gott sei Dank wird aber auch die Zahl dergeheilten Menschen jeden Tag größer.

Was sich zurzeit allenthalben ändert, sind die Phasen, mitdenen die verschiedenen Länder auf die Pandemie reagieren. Während viele Ländergerade erst mit Schutzmaßnahmen begonnen haben oder sich noch in derEindämmungsphase befinden, bereiten sich andere Länder bereits mitLockerungsmaßnahmen auf die nächste Phase vor. Diese Phase ist mit vielenZweifeln und Unsicherheiten verbunden, was in dieser Phase eines "Lebensmit dem Virus" geschehen kann, da es noch viele Dinge an diesem Virus gibt,die wir nicht kennen.

Was die Auswirkungen der Covid-19-Pandemie auf den Ordenbetrifft, so sind die Daten nach den uns vorliegenden Informationen wie folgt. Bisherhaben sich insgesamt 43 Brüder infiziert. Von diesen sind, wie ich bereits inmeinem letzten Brief geschrieben habe, 5 gestorben. 24 sind inzwischen wieder geheilt;14 sind weiterhin positiv, aber auf dem Weg der Genesung. Von letzteren stammen8 aus den spanischen Provinzen, 4 aus der Provinz vom Guten Hirten (einer davongehört zur Provinz in Korea, er absolviert zurzeit eine Studienzeit in Kanada),einer aus der Französischen Provinz und einer aus der Lombardischen Provinz.Wir hoffen, dass sie sich alle bald erholen.

Über die Anzahl infizierter Mitarbeiter haben wir keinegenauen Daten. Wir wissen nur, dass viele, die sich infiziert haben, inzwischenwieder gesund sind und an ihren Arbeitsplatz zurückgekehrt sind. Derzeit sindjedoch immer noch mindestens 300 Mitarbeiter infiziert, insbesondere inSpanien, Italien und zuletzt auch in Kolumbien, wo, wie wir vor einigen Tagenerfahren haben, sich 42 Mitarbeiter in einer unserer Einrichtungen in Bogotáinfiziert haben. In Afrika haben wir nach den uns vorliegenden Nachrichtenimmer noch einige wenige Infizierte im Krankenhaus von Monrovia (Liberia). Ausden übrigen Teilen der Welt haben wir keine Nachrichten von weiteren Infizierten. 

In mehreren unserer Krankenhäuser und Zentren sind Patientenan Covid-19 gestorben. Andererseits sind auch mehrere Heimbewohner in Alten-und Pflegeheimen des Ordens an dem Virus gestorben, entweder in den Zentrenselbst oder in Krankenhäusern, in die sie überwiesen wurden. Ihnen allen undihren Familien gilt unser Gebet und unser Beileid.

Die Pandemie verursacht nicht nur Gesundheitsprobleme,die zweifellos vordringlich bewältigt werden müssen. Wir sehen bereits jetztsehr deutlich, dass sich infolge der Pandemie eine große Krise auf wirtschaftlicher,sozialer, psychologischer und spiritueller Ebene abzeichnet. Wir sind sehrbesorgt darüber, weil davon die ganze Welt und insbesondere die schwächstenMenschen und Nationen betroffen sein werden.

Es wird nicht einfach sein, überall den Fortbestandunserer Einrichtungen zu sichern. An einigen Orten wurde bereits aufgrund derrückgehenden Auslastung Kurzarbeit eingeführt, andernorts gibt es klareAnzeichen für eine drohende Wirtschaftskrise, wiederum woanders hat man  Angst, ein Zentrum wegen erhöhter Ansteckungsgefahroder fehlender Ressourcen schließen zu müssen. Deswegen ist es ab sofort notwendig,den Betrieb jedes Zentrums unter Berücksichtigung all dieser Faktoren umsichtigzu managen und alle notwendigen und möglichen Maßnahmen zu ergreifen, um ihrenFortbestand zu sichern. Wie immer zählen wir dabei auf die Solidarität im Ordenund aller seiner Provinzen, aber in der heutigen Situation  müssen wir bedenken, dass die derzeitige Kriseeine weltweite Dimension hat und es schwierig sein wird, allen Bedürfnissen undHilfsforderungen gerecht zu werden.

Angesichts des Ausmaßes der Krise, die wir erleben und dieuns allem Anschein nach auch in den kommenden Monaten und Jahren begleitenwird, hat unser Orden, und mit ihm ein jeder von uns, die Aufgabe, das Beste zugeben. Damit meine ich: Hospitalität im Stil des heiligen Johannes von Gott.Wir alle, Brüder und Mitarbeiter, sind aufgerufen, hinauszugehen, um denKranken, aber auch den armen und verletzlichsten Menschen zu helfen, die diePandemie besonders hart trifft. Wir müssen dies natürlich mit allen notwendigenSchutzmaßnahmen tun, aber unser Auftrag der Hospitalität verlangt, uns selbstlosunseren Brüdern und Schwestern in Not zu widmen, wie es der heilige Johannesvon Gott und viele Brüder vor uns getan haben.

Bei der Gelegenheit möchte ich daran erinnern, dass wirder geistlichen und religiösen Begleitung in unseren Zentren in dieserSituation besondere Aufmerksamkeit widmen müssen und sie nicht vernachlässigendürfen. Unter Einhaltung geltender Schutzmaßnahmen ist es unsere Aufgabe, auchin dieser Zeit Patienten, Heimbewohnern, ihren Angehörigen, Mitarbeitern undFreiwilligen unsere geistliche und menschliche Hilfe zukommen zu lassen. UnsereDienstgemeinschaft hat auch in dieser Zeit den Auftrag, allen Leidenden dieLiebe Gottes sichtbar und erfahrbar zu machen.

Lassen Sie mich an dieser Stelle noch einmal allenBrüdern und Mitarbeitern für das Engagement und den vorbildlichen Dienst der Hospitalitätdanken, den Sie als treue Nachfolger des heiligen Johannes von Gott in dieserZeit leisten. Es besteht kein Zweifel, dass alle unsere Kräfte gefordert seinwerden, um den Kranken, Armen und Bedürftigen in dieser Stunde verlässlich zur Seitezu stehen. Heute ist die Stunde der Hospitalität. Wir sind vom Herrn undvon der Kirche dazu berufen, lebendige Zeichen der Liebe Gottes für seinezerbrechlichsten und verletzlichsten Kinder zu sein.

Bevor ich schließe, möchte ich Ihnen ein kurzes Dokumentvorstellen, das diesem Schreiben beiliegt und das von der Generalkommission fürBioethik unseres Ordens erstellt wurde, für die Frater Joaquim Erra, der ersteGeneralrat, verantwortlich ist. Es sind Überlegungen, die uns helfen können, mitBesonnenheit und Weitblick mit dieser Pandemie umzugehen, indem sie uns einigeKriterien im Einklang mit dem anbieten, was ich gerade in diesem Brief angedeutethabe, und uns einige Instrumente in die Hand geben, die uns allen nützlich seinkönnen. Ich lade Sie ein, es zu lesen und an die Verantwortlichen der Gremien, Gruppenoder Foren für Bioethik, die es in den Provinzen und in den Häusern gibt, weiterzuleiten.

Ich schließe mit einem Auszug aus einer Botschaft, mitder sich die Provinz vom Guten Hirten am vergangenen 20. April an ihreMitarbeiter gewandt hat. "Unser Auftrag ist: Hospitalität als radikaleAntwort auf die Bedürfnisse der Mitmenschen zu leben. Heute denken wir viel überden Wert der menschlichen Würde nach. Unser Dienst der Hospitalität orientiertsich an den grundlegenden Menschenrechten wie dem gleichberechtigten Zugang zuNahrung, Sicherheit, Wohnung, Gesundheitsversorgung und Bildung, die für die Würdedes Menschen unabdingbar sind: Glaube vor Angst! (Faith over Fear!): Esist verständlich, dass wir angesichts des derzeitigen Umfelds an unseremArbeitsplatz in Angst und Sorge sind. Doch... wir sind nicht allein. Sie sindnicht allein. Wir werden das gemeinsam durchstehen.”

Ich glaube, das ist eine schöne und gute Weise, heuteunseren Dienst der Hospitalität zu verstehen und zu konkretisieren: dieVerteidigung der Würde der schwächsten und verletzlichsten Menschen, deren Zahlaufgrund dieser Pandemie stark zunehmen wird. Lassen wir uns nicht von Furchtüberwältigen, sondern tragen wir den Glauben an den auferstandenen Herrn und dieHospitalität, die wir vom heiligen Johannes von Gott empfangen haben, mutighinaus in die Welt, um Liebe, Solidarität und Würde zu allen Bedürftigen zubringen, in denen wir dem auferstandenen Christus begegnen.

Mit brüderlichen Grüßen und in Gebetsverbundenheit, ganzbesonders in diesen Tagen, an denen wir die Gebetswoche für neue Berufungenfeiern    

 

Frater JesúsEtayo

Generalprior







Rom, 14. April 2020

COVID - 19 (4)



An alle Brüder,Mitarbeitende und Mitglieder der Hospitalfamilie des heiligen Johannes von Gott

Liebe Brüder, Mitarbeitende und Freunde,

in diesem Jahr haben wir die Karwoche und Ostern wegender Coronavirus-Pandemie in den meisten Teilen der Welt auf eine ungewöhnlicheund ungeahnte Weise gefeiert. Die Corona-Regeln haben in einer Großzahl von Ländendazu geführt, dass die Menschen, darunter auch wir Ordensleute, dieFeierlichkeiten im Fernsehen oder im Internet miterlebt haben. Die Feierlichkeitenim Vatikan im leeren Petersdom bewirkten dabei ein besonders seltsames Gefühl. Aberso war Ostern in diesem Jahr. Trotzdem bleibt das Osterfest ein Fest der Freudeund der Hoffnung, und schenkt uns auch in diesem Jahr die Überzeugung, dass dasLeben, das uns der auferstandene Christus gebracht hat, das letzte Wort haben wirdund uns helfen wird, diese Zeit des Schmerzes, des Leidens und des Todes zuüberwinden.

Wie Sie wissen, breitet sich die Corona-Pandemie weiter ausund hat inzwischen praktisch jeden Winkel der Welt erreicht, auch wenn mitunterschiedlichen Auswirkungen. In den kommenden Wochen werden wir genauerwissen, wie sich die Pandemie auf die verschiedenen Kontinente und Länderauswirkt.


Gegenwärtig sind die Vereinigten Staaten die Nation mitder größten Zahl an Infizierten und Toten, gefolgt von mehreren europäischenLändern, unter denen ganz besonders Italien, Spanien, Frankreich, Deutschlandund das Vereinigte Königreich betroffen sind. Das Virus hat inzwischen auchLateinamerika und Afrika erreicht, wo die Auswirkungen im Moment noch nichtsehr groß sind, obwohl wir die Entwicklung in den nächsten Wochen abwartenmüssen. In Asien, Australien und Pazifik entwickelt sich die Situation gemäßfrüheren Informationen.

Ein großer Teil der Welt ist im sogenannten Lockdown undwartet darauf, dass man die Situation unter Kontrolle bringt. Vorerst hat nurChina, mit einigen Einschränkungen, mit der Phase der Lockerung begonnen, daniemand genau weiß, wie sich das Virus verhält.


Was den Orden anbelangt, folgt Covid-19 den gleichenMustern wie überall auf der auf Welt. Bis heute sind gemäß den Informationen,die wir erhalten haben, vier Brüder am Coronavirus gestorben (zwei ausAragonien, einer aus Andalusien und einer aus Frankreich). Mehrere Brüder sindmit dem Virus infiziert, die meisten von ihnen in Spanien, einer in Italien undzwei in Frankreich, von denen einer, wie gesagt, gestorben ist. In Spanien sindinzwischen 12 Brüder wieder genesen und negativ getestet worden. 18 befindensich noch im Heilungsprozess, was sich hoffentlich in den nächsten Tagenbestätigen wird. Des Weiteren sind, wie gesagt, ein Bruder aus der MailändischenProvinz sowie einer aus Frankreich positiv.  

Unter den Mitarbeitenden gibt es eine beträchtliche Zahlvon Infizierten, weil viele Krankenhäuser des Ordens Patienten mit Coronavirusbehandeln. Wir haben keine genauen Daten, aber nach den uns vorliegendenInformationen wurden inzwischen über 300 Mitarbeiter, die meisten in Spanienund Italien - einige auch in anderen Ländern, darunter die ersten Fälle inAfrika - positiv auf das Coronavirus getestet. Viele Mitarbeitende sindaußerdem in Quarantäne, weil sie mit infizierten Kollegen Kontakt hatten. Siesind jedoch alle auf dem Weg der Genesung. Seit den letzten Informationen hattenwir keine Nachricht von Todesfällen.


Zurzeit gibt es viele Patienten mit Covid-19 in denKrankenhäusern des Ordens. Viele von ihnen erholen sich wieder, aber leidersterben auch einige. Es hat auch einige Todesfälle in Alten- und Pflegeheimengegeben, obwohl hier im Allgemeinen sehr gute Arbeit geleistet wird, umAnsteckungen zu vermeiden.

Bei dieser Gelegenheit möchte ich mit Nachdruck einebesondere Wachsamkeit in den Altenheimen, psychiatrischen Einrichtungen, Einrichtungenfür Menschen mit Behinderungen und Zentren für Obdachlose und Immigranten anmahnen.Wie Sie wissen, handelt es sich dabei um besonders gefährdete Lebensräume.Deswegen müssen alle notwendigen Maßnahmen getroffen werden, um eine Ansteckungzu vermeiden. Wenn wir nicht wachsam sind, kann das zu einem großen Problem werden.Wir müssen auf die Fachleute hören und uns an die festgelegten Regeln halten. VonAnfang an sollte es in diesen Zentren Quarantäneabteilungen geben, in denen diejenigen,die infiziert sind oder der Verdacht darauf besteht, streng von denjenigengetrennt sind, die es nicht sind, um Neuinfektionen um jeden Preis zu unterbinden.


Ich möchte an dieser Stelle den Verantwortlichen der RegionLateinamerika für die Koordinierungsarbeit danken, die sie unter den Provinzenund Delegaturen leisten, um nach einheitlichen Kriterien und Standards zuarbeiten. Ebenso wurde vor einigen Wochen ein Krisenstab für Afrikaeingerichtet, der von der Stiftung Juan Ciudad koordiniert wird und an demverschiedene Stellen und Verantwortliche des Ordens aus Europa (Irland,Holland, Italien), die Provinz vom hl. Augustinus sowie das Büro für Missionenund internationale Zusammenarbeit der Generalkurie beteiligt sind, mit dem Ziel,die Häuser der beiden Provinzen Afrikas zu beraten und ihnen zu helfen, die zubefolgenden Verfahren festzulegen, auftretende Probleme rechtzeitig zu erkennenund ihnen die Mittel zur Verfügung zu stellen, um das notwendige Schutzmaterialfür die erste Phase zu beschaffen. Die Gruppe wird laufend beobachten, wie sichdas Virus in Afrika ausbreitet und wie wir am besten unseren Häusern helfenkönnen.

Ich möchte diese Mitteilung nicht abschließen, ohne nocheinmal allen Brüdern und Mitarbeitern zu danken, die in diesen Tagen bis zurErschöpfung arbeiten, um den Kranken und den in unseren Zentren betreutenMenschen und ihren Familien im Kampf gegen die Pandemie zu helfen. An einigenOrten scheint sich die Lage ein wenig verbessert zu haben, aber wir sind unsbewusst, dass die Situation weiterhin schwierig und angespannt bleibt. Ich dankeIhnen im Namen der gesamten Familie des heiligen Johannes von Gott.


Auch in der Generalkurie leben wir in einer Situation derIsolation. Das bedeutet, dass viele in dieser Zeit geplante Aktivitäten undTreffen abgesagt werden mussten. Manche Sitzungen konnten virtuell durchgeführtwerden, bei anderen ist das nicht möglich. Wir wissen nicht, wie lange dieseSituation andauern wird. Sobald sie endet, werden wir alle Initiativen, dienicht durchgeführt werden konnten, neu planen müssen. Wir werden dieseNeuplanung zu gegebener Zeit mitteilen.

Ich danke den Provinzoberen für die Informationen, dieSie uns zukommen lassen, und lade Sie ein, uns weiterhin auf dem Laufenden zuhalten, damit wir über möglichst aktuelle Informationen verfügen.


Die Situation ist nach wie vor sehr schwierig, und wirwissen nicht, wie lange sie anhalten wird. Vielerorts leben wir immer noch mitstarken Einschränkungen, und die Realität ist hart. Lasst uns in dieserOsterzeit zuversichtlich auf den auferstandenen Christus vertrauen, der uns zeigt,dass Hospitalität auch in dieser Zeit des Coronavirus eine angemesseneund wirksame Antwort auf Leiden und Tod ist. Liebe Brüder und Mitarbeiter, bezeugenwir weiterhin mutig die Hospitalität des heiligen Johannes von Gott zum Wohleder Kranken und Bedürftigen, der Kirche und der Welt.

Lasst uns weiterhin füreinander und für die Welt beten,insbesondere für diejenigen, die am meisten unter dieser Pandemie leiden. Empfehlenwir dem auferstandenen Herrn unsere Brüder, Mitarbeiter und Familienmitglieder,die gestorben sind, und diejenigen, die in diesen Tagen mit der Krankheit kämpfen.


Mit brüderlichen Grüßen      


Frater JesúsEtayo

Generalprior




Rom, 30. März 2020

COVID - 19 (3)


 

An alle Brüder,Mitarbeiter und Mitglieder der Hospitalfamilie des heiligen Johannes von Gott


Liebe Brüder und Schwestern, ich schreibe Ihnen erneut, umIhnen die Nähe unserer Familie in dieser schweren Zeit zu vermitteln und Sieüber die Situation in unseren Konventen und Einrichtungen im Zusammenhang mitder Covid-19-Pandemie zu informieren, die sich immer weiter ausbreitet und inzwischenfast alle Länder der Welt erreicht hat.

Die Medien überhäufen uns täglich mit Daten, wie sich diePandemie weltweit entwickelt. Bis heute gab es weltweit mehr als 700.000nachgewiesene Infektionen, 34.0000 Todesfälle und 149.000 Heilungen. DieVereinigten Staaten sind die Nation mit den meisten nachgewiesenen Infektionsfällenbisher, aber es ist immer noch Europa, vor allem Italien und Spanien, gefolgtvon Frankreich, Deutschland und anderen Ländern, wo die Pandemie sich am stärkstenspürbar macht und immer mehr Todesopfer fordert. Leider ist das Virus, wie ich bereitsletzte Woche schrieb, inzwischen auf allen Kontinenten präsent und in immermehr Teilen der Welt ergreift man immer restriktivere Präventivmaßnahmen. Chinaist derzeit das einzige Land, in dem die Epidemie zurückzugehen scheint undeinige restriktive Maßnahmen wieder gelockert wurden. Die Epidemie hat inetlichen Ländern zu einer ernsten Krise im Gesundheitswesen geführt, derenAusmaß wir noch nicht in ihrer ganzen Tragweite abschätzen können. Dazu kommt, dasssich über kurz oder lang auch eine bedeutende wirtschaftliche und soziale Kriseabzeichnet.


Was die Zentren und Häuser des Ordens betrifft, so istdie beunruhigendste Situation unter Berücksichtigung der Informationen, die unsbisher erreicht haben, nach wie vor in Italien und Spanien, obwohl es, wie ichbereits sagte, in praktisch allen Ländern, in denen der Orden präsent ist,bereits Fälle von Covid-19 gibt und die notwendigen Maßnahmen ergriffen wurden,zumindest hoffen wir das.

Unter den Brüdern gibt es bisher einen infizierten Bruderin Italien und 14 in Spanien. Gegenwärtig ist die Mehrheit von ihnen in Quarantänein den jeweiligen Konventen. Einige mussten stationär im Krankenhausaufgenommen werden, wo sie medizinisch versorgt werden.


Was die Mitarbeiter betrifft, so kann ich Ihnen, obwohlwir nicht über genaue Informationen aus allen Provinzen verfügen, sagen, dasses inzwischen mindestens 280 unter ihnen gibt, die positiv auf das Coronavirusgetestet wurden. Dies hat in einigen Einrichtungen zu einer angespannten Personalsituationgeführt, da durch die Infektionen zahlreiche andere Mitarbeiter unterQuarantäne gestellt werden mussten, die Kontakt mit den nachweislichinfizierten Kollegen hatten.

Durch Covid-19 verursachte Todesfälle hat es in unserenHäusern bisher in erster Linie unter den Patienten gegeben, insbesondere in denKrankenhäusern, die auf Wunsch der öffentlichen Behörden Patienten mitCoronavirus behandeln. Was die Brüder betrifft, so sind bisher zwei Brüdergestorben. Einer, von dem ich bereits letzte Woche berichtete, war 97 Jahrealt, der andere 88. Die anderen Todesfälle, die es letzte Woche unter denBrüdern gab, stehen nicht im Zusammenhang mit dem Coronavirus. Unter denMitarbeitern hat es einen Todesfall in Italien gegeben. Hier verstarb ein Mitarbeiteran Covid, der beurlaubt war.


Ich möchte noch einmal allen Brüdern und Mitarbeitern danken,die in diesen Tagen an vorderster Front stehen und ihr Bestes tun, um denKranken und ihren Familien im Kampf gegen die Pandemie zu helfen. Wir wissen,dass Sie dies vermehrt unter sehr schwierigen Bedingungen tun, insbesondere inden am stärksten betroffenen Ländern, aufgrund des Mangels an Material und der steigendenZahl von Kranken, die zu Ihnen kommen. Ich danke Ihnen viel tausendmal. SeienSie versichert: der heilige Johannes von Gott steht an ihrer Seite undbegleitet Sie mit seiner Gegenwart und seiner Fürsprache.

Am vergangenen Freitag, 27. März, betete Papst Franziskusanlässlich der Pandemie allein auf dem Petersplatz im Vatikan und erteilte den Urbiet Orbi-Segen. Im Rahmen seines Gebets sagte er nach der Lektüre einesTextes aus dem Markus-Evangelium einige Worte, die voller Tiefe und Licht sind.Ich möchte hier für uns noch einmal einige Absätze in Erinnerung rufen:


"Der Sturm legtunsere Verwundbarkeit bloß und deckt jene falschen und unnötigen Gewissheitenauf, auf die wir bei unseren Plänen, Projekten, Gewohnheiten und Prioritätengebaut haben. Er macht sichtbar, wie wir die Dinge vernachlässigt undaufgegeben haben, die unser Leben und unsere Gemeinschaft nähren, erhalten undstark machen.”

"»Warum habt ihrsolche Angst? Habt ihr noch keinen Glauben?« Der Anfang des Glaubens ist dasWissen, dass wir erlösungsbedürftig sind. Wir sind nicht unabhängig, alleingehen wir unter. Wir brauchen den Herrn so wie die alten Seefahrer die Sterne.Laden wir Jesus in die Boote unseres Lebens ein. Übergeben wir ihm unsereÄngste, damit er sie überwinde. Wie die Jünger werden wir erleben, dass wirmit ihm an Bord keinen Schiffbruch erleiden. Denn das ist Gottes Stärke:alles, was uns widerfährt, zum Guten zu wenden, auch die schlechten Dinge. Erbringt Ruhe in unsere Stürme, denn mit Gott geht das Leben nie zugrunde.”


“Das eigene Kreuzanzunehmen bedeutet, den Mut zu finden, alle Widrigkeiten der Gegenwartanzunehmen und für einen Augenblick unser Lechzen nach Allmacht und Besitzaufzugeben, um der Kreativität Raum zu geben, die nur der Heilige Geist zuwecken vermag. Es bedeutet, den Mut zu finden, Räume zu öffnen, in denen sichalle berufen fühlen, und neue Formen der Gastfreundschaft, Brüderlichkeitund Solidarität zuzulassen. Durch sein Kreuz sind wir gerettet, damit wirdie Hoffnung annehmen und zulassen, dass sie alle möglichen Maßnahmen und Wegestärkt und unterstützt, die uns helfen können, uns selbst und andere zubeschützen. Den Herrn umarmen, um die Hoffnung zu umarmen – das ist die Stärkedes Glaubens, der uns von der Angst befreit und uns Hoffnung gibt.”

»Warum habt ihr solcheAngst? Habt ihr noch keinen Glauben?« Liebe Brüder und Schwestern, von diesemOrt aus, der vom felsenfesten Glauben Petri erzählt, möchte ich heute Abendeuch alle dem Herrn anvertrauen und die Muttergottes um ihre Fürsprache bitten,die das Heil des Volkes Gottes und der Meerstern auf stürmischer See ist.Von diesen Kolonnaden aus, die Rom und die Welt umarmen, komme der Segen Gotteswie eine tröstende Umarmung auf euch herab. Herr, segne die Welt,schenke Gesundheit den Körpern und den Herzen Trost. Du möchtest, dass wirkeine Angst haben; doch unser Glaube ist schwach und wir fürchten uns. Du aber,Herr, überlass uns nicht den Stürmen. Sag zu uns noch einmal: »Fürchtet euchnicht« (Mt 28,5). Und wir werfen zusammen mit Petrus „alle unsere Sorge aufdich, denn du kümmerst dich um uns“ (vgl. 1 Petr 5,7).”


Ich danke den Patres Provinzialen für die Informationen,die Sie uns senden, und bitte Sie, dies auch weiterhin zu tun. Die Situationist nach wie vor sehr ernst, und wir wissen nicht, wie lange sie anhalten wird.Fürchten wir uns nicht, wie Papst Franziskus uns sagt, stärken wir unserenGlauben und unsere Hoffnung auf den Herrn und stellen wir das Beste von unsselbst in den Dienst der Kranken und Bedürftigen im Zeichen der Hospitalität,wie es unsere Brüder vor uns getan haben und wie unser Gründer, der heiligeJohannes von Gott, es uns gelehrt hat. Helfen wir uns gegenseitig, in denHäusern, unter den Häusern der Provinz und unter den Provinzen jeder Region.Die Lösung dieses Problems kann nicht allein gefunden werden; wir müssen siealle gemeinsam suchen, zusammenarbeiten und das, was wir haben, in den Dienstder anderen stellen. In diesem Sinn ist es ein Gebot der Stunde, diese Pandemiein einem Netzwerk zu bekämpfen. Niemand darf nur auf sich selbst schauen und vorden Bedürfnissen der anderen die Augen verschließen.

Lasst uns alle weiterhin füreinander und für die Weltbeten, insbesondere für diejenigen, die am meisten unter der Pandemie leiden.  Mit geschwisterlichen Grüßen    


 

Frt. Jesús Etayo

Generalprior



Rom, 23. März 2020

COVID - 19 (2)

 

An alle Brüder,Mitarbeiter und Mitglieder der Hospitalfamilie des heiligen Johannes von Gott

Eine Woche nach meiner letzten Mitteilung möchte ich Sieüber die Situation in den Einrichtungen und Konventen des Ordens in Bezug aufdie Coronavirus-Pandemie informieren, die sich zunehmend ausbreitet und immermehr Länder in der ganzen Welt betrifft.

Durch die Medien wissen sie, dass sich das Virus an immermehr Orten verbreitet und immer mehr Menschen betrifft. Das Epizentrum liegt nachwie vor in Europa, wo fast alle Länder betroffen sind und zunehmend restriktiveMaßnahmen ergriffen haben. Italien und Spanien, gefolgt von Frankreich,Deutschland und dem Vereinigten Königreich, sind die Länder mit den meisten Infiziertenund Todesfällen. Die Situation ist ganz besonders in Italien und Spanien immerkritischer, in denen die Zahl der Infizierten und Toten Zahlen erreicht hat,mit denen niemand gerechnet hat. Das Schlimmste ist, dass es keine Gewissheitgibt, wann diese Zahlen abflachen werden und die Situation einigermaßen wiederunter Kontrolle gebracht werden kann. In den beiden Ländern ist dasGesundheitssystem in einigen spezifischen Bereichen bereits an die Grenzenseiner Belastbarkeit gelangt, und das macht alles schwieriger.

Außerhalb Europas nehmen die Fälle in den VereinigtenStaaten und in Kanada zu. Auch in fast allen Ländern Lateinamerikas und derKaribik gibt es erste Fälle und wurden strenge Maßnahmen zur Verhinderung einerEpidemie eingeleitet.

In Asien scheint die Situation in China und auch inSüdkorea unter Kontrolle zu sein, wenn auch immer noch mit sehr weitgehendenrestriktiven Maßnahmen. Im übrigen Asien, in Australien und im Pazifik, gibt esebenfalls eine Reihe von restriktiven Maßnahmen, um das Virus einzudämmen.

Leider scheint die Pandemie auch Afrika erreicht zuhaben, und es wird allenthalben gefordert, dass alle Länder Gegenmaßnahmenergreifen, um eine Ausbreitung zu verhindern, da es in Afrika zusätzlicheSchwierigkeiten geben könnte. Viele Nationen haben inzwischen Maßnahmenergriffen, hoffentlich können sie die Ausbreitung eindämmen.

Was die Einrichtungen und Konvente des Ordens betrifft,so kann ich Ihnen unter Berücksichtigung der Informationen, die uns bishererreicht haben, Folgendes mitteilen:

Es gibt in keinem Haus des Ordens infizierte Brüder oderMitarbeiter, außer in

Italien: Hier gibt es im Moment keine infizierten Brüder, aber es gibt mehrereMitarbeiter in der Mailändischen Provinz und im Krankenhaus der Tiberinsel inRom, die positiv getestet wurden. Das größte Problem besteht im Moment in Norditalien,wo die Krankenhäuser  an die Grenzenihrer Kapazität gelangt sind. Unser Haus in Erba leidet in dieser Hinsicht ammeisten, im Rest Italiens ist die Situation im Moment besser.

Spanien: Hier haben wir zurzeit die meisten Personen aus dem Orden, die betroffensind. Ein Bruder, 97 Jahre alt, ist am Coronavirus gestorben, und neun Brüderaus den drei Provinzen und eine Ordensschwester, die in einem unserer Zentren arbeitet,sind infiziert, obwohl sie im Moment gesund sind, nicht ins Krankenhauseingeliefert werden müssen und einige sogar asymptomatisch sind. Was dieMitarbeiter anbelangt, so wurden etwa 100 von ihnen positiv auf Covid-19 getestet.Madrid ist nach wie vor das Krisenzentrum, gefolgt von Katalonien und demBaskenland.

Österreich: Die Situation ist besser unter Kontrolle als in den beiden vorgenannten Ländern,aber am 19. März gab es auch hier bereits mindestens sechs infizierteMitarbeiter.

Darüber hinaus ist zuberücksichtigen, dass die infizierten Personen, Brüder wie Mitarbeiter, eine Kettenreaktionauslösen, in dem Sinn, dass eine beträchtliche Anzahl von Personen, mit denensie Kontakt hatten, unter Quarantäne gestellt oder isoliert werden müssen.

Ich bitte alle, sich im Gebet mit der ganzen Kirche undder gesamten Familie des heiligen Johannes von Gott zu vereinen, um zum Herrnzu beten für alle Kranken und Betroffenen, in besonderer Weise für alleMitglieder unserer Familie, Brüder und Mitarbeiter, die infiziert sind.

Ich möchte im Namen des ganzen Ordens allen Brüdern undMitarbeitern danken, die in diesen Tagen ihr Bestes tun, um den Kranken undihren Familien im Kampf gegen die Pandemie zu helfen. Wir sind sehr stolz aufSie, weil Sie mit ihrem mutigen Tun das Charisma und den Dienst derHospitalität konkret leben, jenseits der vielen Reden und Worte, die wir geradehören. Mit Ihrem konkreten Dienst, der Ihnen oft alles abverlangt, mit IhremLächeln, auch wenn Ihnen nicht nach Lächeln zumute ist, mit Ihrer ständigenSuche nach Mitteln und Möglichkeiten, um besser helfen zu können, sind Sieheute der neue barmherzige Samariter, der neue Johannes von Gott, der sich zum Wohlder Kranken, der Ängstlichen, des alten Mannes, der sich fürchtet, des jungenMannes, der sich Sorgen macht, einsetzt. Sie sind für die Kranken der ErzengelRaphael, der ihnen Trost, Gottes Liebe, Zärtlichkeit und Menschlichkeit bringt.Dafür danke Ihnen von Herzen. Dafür haben Sie den Beifall verdient, den immermehr Menschen in vielen Ländern öffentlich den Gesundheitsberufen zollen. DankIhnen spüren wir, dass der Herr uns nicht vergessen hat, dank Ihnen haben wirHoffnung und dank Ihnen vertrauen wir darauf, dass dieser Kampf gewonnen wird.

In einigen Ländern hat sich das Virus noch nicht bemerkbargemacht oder hat es bisher nur eine sehr geringe Auswirkung. Trotzdem bitte ichSie alle, Brüder und Mitarbeiter, falls Sie dies noch nicht getan haben,unverzüglich alle notwendigen Präventivmaßnahmen in den Zentren und in den Konventenzu ergreifen. Diese Pandemie ist viel schwerwiegender, als wir alle dachten,und wir wissen immer noch nicht, wie gefährlich sie uns werden kann. Bitteergreifen Sie alle notwendigen Maßnahmen, die von den Behörden empfohlenwerden. Ich wende mich besonders an die Länder in Afrika, wo die Erinnerung andie Ebola-Epidemie noch frisch ist. Rüsten Sie sich und ergreifen Sie alleMaßnahmen und Regelungen, um aus der bitteren Erfahrung anderer zu lernen.

Wir sind in der Fastenzeit auf dem Weg nach Ostern. Lassensie uns diese liturgische Zeit mit dem Schmerz und der Trauer leben, die beiuns allen die Pandemie hervorruft, aber auch mit der Hoffnung auf den Herrn desLebens und der Zuversicht, dass wir mit seiner Hilfe diesen schwierigen Momentüberwinden werden.  

Ich bitte die Provinz- und Hausoberen sowie die Leiterunserer Einrichtungen, in den Provinzen und Konventen sowie in allenEinrichtungen die notwendigen Maßnahmen zu ergreifen, um eine Ansteckung zuvermeiden, gegebenenfalls in den Konventen auch durch die vorläufige Aussetzungaller Gemeinschaftsversammlungen.

Ich danke den Provinzialen für die Informationen, die Sieuns über die Auswirkungen der Pandemie gesandt haben. Tun Sie dies weiterhin,denn so können wir den gesamten Orden informieren und ihnen vor allem nahe sein.

Wir erleben eine schwere Zeit und es sieht nicht danachaus, dass sich die Dinge in Kürze verbessern werden. Mit den richtigenVorkehrungen und Regelungen, mit einer gezielten Sorge um uns selbst und um dieanderen, ist es heute ein Gebot der Hospitalität, uns in den Dienst derAllgemeinheit zu stellen und mit gutem Beispiel voranzugehen, wie es vieleBrüder vor uns getan haben. Denken wir an den heiligen Johannes Grande, der 1600in Jerez de la Frontera in Spanien sich furchtlos um die Pestkranken kümmerteund schließlich selbst an den Folgen der Pest starb oder aber auch an unsere Brüder,die vor einigen Jahren ihr Leben in der Ebola-Krise in Afrika aufopferten.

Lasst uns füreinander und für die Welt beten, besondersfür diejenigen, die zurzeit am stärksten unter der Pandemie leiden.

Mit brüderlichen Grüßen      

 

Frater JesúsEtayo

Generalprior

 



An alle Brüder, Mitarbeitendeund Mitglieder der Familie des heiligen Johannes von Gott

Zuallererst möchte Ihnen allen meine herzlichsten Grüßeübermitteln, in der Hoffnung, dass es Ihnen gut geht. Sodann möchte ich Sie kurzüber die Situation informieren, die sich durch die Coronavirus-Pandemie in den Häuserndes Ordens ergeben hat.

Wie Sie wissen, hat die Pandemie in China begonnen. Dieersten Nachrichten darüber gab es Ende Dezember letzten Jahres. Die Epidemie hatsich schnell auf andere Länder wie Südkorea und den Iran und dann auf Europaausgebreitet, wo sich, wie es jetzt heißt, das Epizentrum der Pandemiebefindet. Doch obwohl es weniger Fälle gibt, breitet sich die Epidemiezunehmend auch auf andere Länder in Ozeanien, Amerika und Afrika aus. Sie werdendie Entwicklung sicher selbst über die Medien verfolgen. Die Pandemie hat bereitszu einer erheblichen Anzahl von Infektionen und Todesfällen geführt.

Was den Orden betrifft, so stellt sich die Situation nachden uns heute vorliegenden Daten wie folgt dar:

China: Von der Gemeinschaft, diewir in Yanji haben (der einzigen Ordensniederlassung in China), sind keineBrüder betroffen. Wir haben jedoch seit längerem nichts mehr von Frater JosephHan, einem chinesischen Scholastiker, gehört, der Anfang Februar in Pekingisoliert wurde. Der Prior von Yanji tut sein Bestes, um mit ihm Kontaktaufzunehmen, vorerst ohne Erfolg.

 

Südkorea: Die Pandemie hat eine große Zahl von Infizierten verursacht, aber es gibtkeine betroffenen Brüder, und laut den letzten Nachrichten, die wir haben, gibtes auch keine Fälle unter den Mitarbeitenden.

 

Italien: Die Situation ist sehr ernst. Im Moment gibt es keine betroffenen Brüder,aber es gibt mehrere Fälle unter den Mitarbeitern und auch infiziertePatienten, die in einigen unserer Zentren betreut werden. Vor allem in Norditalien,wo wir die Mailändische Provinz haben, ist die Situation sehr schwierig und wirddie Gefahr von Tag zu Tag größer, dass die Kapazität des Gesundheitssystemsüberfordert wird. Im Moment ist die Lage in Rom, in Mittelitalien und inSüditalien, wo die Römische Ordensprovinz mehrere Einrichtungen hat, etwas besser,obwohl in den nächsten Tagen mit einer erheblichen Zunahme der Fälle gerechnetwird. Es gibt einen Aufruf der Regierung, zu Hause zu bleiben. In derGeneralkurie geht es uns gut, praktisch alle Mitarbeiter arbeiten von zu Hauseaus. Viele andere Mitarbeiter der Zentren arbeiten ebenfalls von zu Hause aus,entweder aufgrund der neuen angeordneten Arbeitsweise (Homeoffice) oderaufgrund auferlegter Isolation.

 

Spanien: Die Situation hat sich in den letzten Tagen verschärft und ist auf dem Weg,sich so zu entwickeln wie in Italien. Im Moment gibt es einen Bruder aus demKonvent von Ciempozuelos, der positiv getestet wurde, aber es geht ihm gut under befolgt die in diesen Fällen vorgesehenen medizinischen Vorsichtsmaßnahmen.Allerdings ist eine große Anzahl von Mitarbeitern betroffen bzw. bereitsisoliert, insbesondere in einigen Zentren in Madrid und Barcelona, wo zwei derstärksten Infektionsherde in Spanien lokalisiert wurden.

 

Übriges Europa: Die Auswirkungen der Pandemie sind unterschiedlich, aber sie nehmen inpraktisch allenLändern zu, insbesondere in Deutschland, Frankreich unddem Vereinigten Königreich. Im Moment haben wir keine Nachricht von Betroffenenaus Einrichtungen und Konventen des Ordens.

 

Vereinigte Staaten und Kanada: Wir haben keine Nachricht von Betroffenen ausEinrichtungen und Konventen des Ordens.

 

Ozeanien: Wir haben keine Nachricht von Betroffenen aus Einrichtungen und Konventendes Ordens.

 

Lateinamerika und Karibik: Wir haben keineNachricht von Betroffenen aus Einrichtungen und Konventen des Ordens.

 

Afrika: Wir haben keine Nachricht von Betroffenen aus Einrichtungen und Konventendes Ordens.

 

Asien und Pazifik: Wir haben keine Nachricht von Betroffenen ausEinrichtungen und Konventen des Ordens.

Dies sind die Informationen, die wir Ihnen vorerst indiesen schwierigen Zeiten der Coronavirus-Pandemie geben können. Die Datensind, wie bei jeder Pandemie, sehr ungewiss und können  sich sehr schnell ändern. Ich bitte Sie alle,sich an die Regeln und Vorsichtsmaßnahmen zu halten, die in den verschiedenenLändern zum Schutz vor dem Virus erlassen werden.

Ich bitte alle Provinzoberen, wo immer sie es fürangebracht und notwendig halten, strikte Normen für die Häuser und für dieBrüder und Gemeinschaften anzuordnen, um der Ansteckungsgefahr in zweifacherHinsicht Einhalt zu gebieten: sich nicht anzustecken und andere nichtanzustecken. Dies könnte unter anderem vorsehen, dass die Brüder von bestimmtenAktivitäten, wie z.B. dem Abhalten von Versammlungen und Treffen, befreitwerden. An den Orten, an denen die Brüder in den Konventen noch zahlreich sind,kann, wenn man es für notwendig befindet, das gemeinsame Gebet und sogar dieEucharistie ausgesetzt werden.

Wir leben derzeit, zumindest dort, wo die Pandemie bereitsstark spürbar ist, in einem Ausnahmezustand. Als Barmherzige Brüder ist esunsere Aufgabe, dass unsere Einrichtungen gerüstet und so gut wie möglichvorbereitet sind, um der Gesellschaft bei der Bekämpfung dieser Pandemie zuhelfen und mit den Verantwortlichen zusammenzuarbeiten. Die Brüder, die nichtdirekt in der Pflege tätig sind, sollten ihr persönliches und, wenn möglich,gemeinschaftliches Gebet intensivieren und auf die Fürsprache des heiligenJohannes von Gott zum Herrn beten, für die Kranken, für die Sterbenden und fürdie Ärzte und anderen Gesundheitsberufe sowie das gesamte Krankenhauspersonal,die unermüdlich für die Pflege der Kranken arbeiten.

Ich bitte Sie alle, liebe Brüder und Mitarbeitende, sichum die Einhaltung der verordneten Notfallregeln zu kümmern. Vor allem dieälteren Brüder und die gefährdeten Personen in den am stärksten betroffenenRegionen bitte ich, zu Hause zu bleiben und den Anweisungen der Behörden zufolgen, auch wenn es Sie Mühe kostet.

Ich bitte alle Provinzoberen, uns regelmäßig über dieSituation in ihrer Provinz zu informieren, damit wir über die Entwicklung der Pandemieim Bild sind und den ganzen Orden informieren können.

Dies sind harte Zeiten für die Welt, aber es sind Zeiten,in denen auch das Beste der Menschheit zum Tragen kommen kann: Hospitalität,Solidarität, Zusammenarbeit und Engagement. Wir sollen uns berechtigte Sorgemachen, aber diese Sorge stets aus dem Glauben und der Hoffnung auf den Herrnleben. Der Herr ist mit uns, er teilt unser Leid, in ihn setzen wir all unserVertrauen und unsere Hoffnung, um diesen Krisenmoment zu überwinden, der nachAnsicht der Experten leider noch einige Zeit dauern wird.

Lasst uns füreinander und für die Welt beten, besondersfür diejenigen, die am meisten unter der Pandemie leiden.

Mit brüderlichen Grüßen      

 

Frater JesúsEtayo

Generalprior

 

 

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