Covid-19: Neuer Lagebericht des Generals

 

Rom, 23. März 2020

COVID - 19 (2)

 

An alle Brüder, Mitarbeiter und Mitglieder der Hospitalfamilie des heiligen Johannes von Gott

Eine Woche nach meiner letzten Mitteilung möchte ich Sie über die Situation in den Einrichtungen und Konventen des Ordens in Bezug auf die Coronavirus-Pandemie informieren, die sich zunehmend ausbreitet und immer mehr Länder in der ganzen Welt betrifft.

Durch die Medien wissen sie, dass sich das Virus an immer mehr Orten verbreitet und immer mehr Menschen betrifft. Das Epizentrum liegt nach wie vor in Europa, wo fast alle Länder betroffen sind und zunehmend restriktive Maßnahmen ergriffen haben. Italien und Spanien, gefolgt von Frankreich, Deutschland und dem Vereinigten Königreich, sind die Länder mit den meisten Infizierten und Todesfällen. Die Situation ist ganz besonders in Italien und Spanien immer kritischer, in denen die Zahl der Infizierten und Toten Zahlen erreicht hat, mit denen niemand gerechnet hat. Das Schlimmste ist, dass es keine Gewissheit gibt, wann diese Zahlen abflachen werden und die Situation einigermaßen wieder unter Kontrolle gebracht werden kann. In den beiden Ländern ist das Gesundheitssystem in einigen spezifischen Bereichen bereits an die Grenzen seiner Belastbarkeit gelangt, und das macht alles schwieriger.

Außerhalb Europas nehmen die Fälle in den Vereinigten Staaten und in Kanada zu. Auch in fast allen Ländern Lateinamerikas und der Karibik gibt es erste Fälle und wurden strenge Maßnahmen zur Verhinderung einer Epidemie eingeleitet.

In Asien scheint die Situation in China und auch in Südkorea unter Kontrolle zu sein, wenn auch immer noch mit sehr weitgehenden restriktiven Maßnahmen. Im übrigen Asien, in Australien und im Pazifik, gibt es ebenfalls eine Reihe von restriktiven Maßnahmen, um das Virus einzudämmen.

Leider scheint die Pandemie auch Afrika erreicht zu haben, und es wird allenthalben gefordert, dass alle Länder Gegenmaßnahmen ergreifen, um eine Ausbreitung zu verhindern, da es in Afrika zusätzliche Schwierigkeiten geben könnte. Viele Nationen haben inzwischen Maßnahmen ergriffen, hoffentlich können sie die Ausbreitung eindämmen.

Was die Einrichtungen und Konvente des Ordens betrifft, so kann ich Ihnen unter Berücksichtigung der Informationen, die uns bisher erreicht haben, Folgendes mitteilen:

Es gibt in keinem Haus des Ordens infizierte Brüder oder Mitarbeiter, außer in

Italien: Hier gibt es im Moment keine infizierten Brüder, aber es gibt mehrere Mitarbeiter in der Mailändischen Provinz und im Krankenhaus der Tiberinsel in Rom, die positiv getestet wurden. Das größte Problem besteht im Moment in Norditalien, wo die Krankenhäuser  an die Grenzen ihrer Kapazität gelangt sind. Unser Haus in Erba leidet in dieser Hinsicht am meisten, im Rest Italiens ist die Situation im Moment besser.

Spanien: Hier haben wir zurzeit die meisten Personen aus dem Orden, die betroffen sind. Ein Bruder, 97 Jahre alt, ist am Coronavirus gestorben, und neun Brüder aus den drei Provinzen und eine Ordensschwester, die in einem unserer Zentren arbeitet, sind infiziert, obwohl sie im Moment gesund sind, nicht ins Krankenhaus eingeliefert werden müssen und einige sogar asymptomatisch sind. Was die Mitarbeiter anbelangt, so wurden etwa 100 von ihnen positiv auf Covid-19 getestet. Madrid ist nach wie vor das Krisenzentrum, gefolgt von Katalonien und dem Baskenland.

Österreich: Die Situation ist besser unter Kontrolle als in den beiden vorgenannten Ländern, aber am 19. März gab es auch hier bereits mindestens sechs infizierte Mitarbeiter.

Darüber hinaus ist zu berücksichtigen, dass die infizierten Personen, Brüder wie Mitarbeiter, eine Kettenreaktion auslösen, in dem Sinn, dass eine beträchtliche Anzahl von Personen, mit denen sie Kontakt hatten, unter Quarantäne gestellt oder isoliert werden müssen.

Ich bitte alle, sich im Gebet mit der ganzen Kirche und der gesamten Familie des heiligen Johannes von Gott zu vereinen, um zum Herrn zu beten für alle Kranken und Betroffenen, in besonderer Weise für alle Mitglieder unserer Familie, Brüder und Mitarbeiter, die infiziert sind.

Ich möchte im Namen des ganzen Ordens allen Brüdern und Mitarbeitern danken, die in diesen Tagen ihr Bestes tun, um den Kranken und ihren Familien im Kampf gegen die Pandemie zu helfen. Wir sind sehr stolz auf Sie, weil Sie mit ihrem mutigen Tun das Charisma und den Dienst der Hospitalität konkret leben, jenseits der vielen Reden und Worte, die wir gerade hören. Mit Ihrem konkreten Dienst, der Ihnen oft alles abverlangt, mit Ihrem Lächeln, auch wenn Ihnen nicht nach Lächeln zumute ist, mit Ihrer ständigen Suche nach Mitteln und Möglichkeiten, um besser helfen zu können, sind Sie heute der neue barmherzige Samariter, der neue Johannes von Gott, der sich zum Wohl der Kranken, der Ängstlichen, des alten Mannes, der sich fürchtet, des jungen Mannes, der sich Sorgen macht, einsetzt. Sie sind für die Kranken der Erzengel Raphael, der ihnen Trost, Gottes Liebe, Zärtlichkeit und Menschlichkeit bringt. Dafür danke Ihnen von Herzen. Dafür haben Sie den Beifall verdient, den immer mehr Menschen in vielen Ländern öffentlich den Gesundheitsberufen zollen. Dank Ihnen spüren wir, dass der Herr uns nicht vergessen hat, dank Ihnen haben wir Hoffnung und dank Ihnen vertrauen wir darauf, dass dieser Kampf gewonnen wird.

In einigen Ländern hat sich das Virus noch nicht bemerkbar gemacht oder hat es bisher nur eine sehr geringe Auswirkung. Trotzdem bitte ich Sie alle, Brüder und Mitarbeiter, falls Sie dies noch nicht getan haben, unverzüglich alle notwendigen Präventivmaßnahmen in den Zentren und in den Konventen zu ergreifen. Diese Pandemie ist viel schwerwiegender, als wir alle dachten, und wir wissen immer noch nicht, wie gefährlich sie uns werden kann. Bitte ergreifen Sie alle notwendigen Maßnahmen, die von den Behörden empfohlen werden. Ich wende mich besonders an die Länder in Afrika, wo die Erinnerung an die Ebola-Epidemie noch frisch ist. Rüsten Sie sich und ergreifen Sie alle Maßnahmen und Regelungen, um aus der bitteren Erfahrung anderer zu lernen.

Wir sind in der Fastenzeit auf dem Weg nach Ostern. Lassen sie uns diese liturgische Zeit mit dem Schmerz und der Trauer leben, die bei uns allen die Pandemie hervorruft, aber auch mit der Hoffnung auf den Herrn des Lebens und der Zuversicht, dass wir mit seiner Hilfe diesen schwierigen Moment überwinden werden.  

Ich bitte die Provinz- und Hausoberen sowie die Leiter unserer Einrichtungen, in den Provinzen und Konventen sowie in allen Einrichtungen die notwendigen Maßnahmen zu ergreifen, um eine Ansteckung zu vermeiden, gegebenenfalls in den Konventen auch durch die vorläufige Aussetzung aller Gemeinschaftsversammlungen.

Ich danke den Provinzialen für die Informationen, die Sie uns über die Auswirkungen der Pandemie gesandt haben. Tun Sie dies weiterhin, denn so können wir den gesamten Orden informieren und ihnen vor allem nahe sein.

Wir erleben eine schwere Zeit und es sieht nicht danach aus, dass sich die Dinge in Kürze verbessern werden. Mit den richtigen Vorkehrungen und Regelungen, mit einer gezielten Sorge um uns selbst und um die anderen, ist es heute ein Gebot der Hospitalität, uns in den Dienst der Allgemeinheit zu stellen und mit gutem Beispiel voranzugehen, wie es viele Brüder vor uns getan haben. Denken wir an den heiligen Johannes Grande, der 1600 in Jerez de la Frontera in Spanien sich furchtlos um die Pestkranken kümmerte und schließlich selbst an den Folgen der Pest starb oder aber auch an unsere Brüder, die vor einigen Jahren ihr Leben in der Ebola-Krise in Afrika aufopferten.

Lasst uns füreinander und für die Welt beten, besonders für diejenigen, die zurzeit am stärksten unter der Pandemie leiden.

Mit brüderlichen Grüßen      

 

Frater Jesús Etayo

Generalprior

 



An alle Brüder, Mitarbeitende und Mitglieder der Familie des heiligen Johannes von Gott

Zuallererst möchte Ihnen allen meine herzlichsten Grüße übermitteln, in der Hoffnung, dass es Ihnen gut geht. Sodann möchte ich Sie kurz über die Situation informieren, die sich durch die Coronavirus-Pandemie in den Häusern des Ordens ergeben hat.

Wie Sie wissen, hat die Pandemie in China begonnen. Die ersten Nachrichten darüber gab es Ende Dezember letzten Jahres. Die Epidemie hat sich schnell auf andere Länder wie Südkorea und den Iran und dann auf Europa ausgebreitet, wo sich, wie es jetzt heißt, das Epizentrum der Pandemie befindet. Doch obwohl es weniger Fälle gibt, breitet sich die Epidemie zunehmend auch auf andere Länder in Ozeanien, Amerika und Afrika aus. Sie werden die Entwicklung sicher selbst über die Medien verfolgen. Die Pandemie hat bereits zu einer erheblichen Anzahl von Infektionen und Todesfällen geführt.

Was den Orden betrifft, so stellt sich die Situation nach den uns heute vorliegenden Daten wie folgt dar:

China: Von der Gemeinschaft, die wir in Yanji haben (der einzigen Ordensniederlassung in China), sind keine Brüder betroffen. Wir haben jedoch seit längerem nichts mehr von Frater Joseph Han, einem chinesischen Scholastiker, gehört, der Anfang Februar in Peking isoliert wurde. Der Prior von Yanji tut sein Bestes, um mit ihm Kontakt aufzunehmen, vorerst ohne Erfolg.

 

Südkorea: Die Pandemie hat eine große Zahl von Infizierten verursacht, aber es gibt keine betroffenen Brüder, und laut den letzten Nachrichten, die wir haben, gibt es auch keine Fälle unter den Mitarbeitenden.

 

Italien: Die Situation ist sehr ernst. Im Moment gibt es keine betroffenen Brüder, aber es gibt mehrere Fälle unter den Mitarbeitern und auch infizierte Patienten, die in einigen unserer Zentren betreut werden. Vor allem in Norditalien, wo wir die Mailändische Provinz haben, ist die Situation sehr schwierig und wird die Gefahr von Tag zu Tag größer, dass die Kapazität des Gesundheitssystems überfordert wird. Im Moment ist die Lage in Rom, in Mittelitalien und in Süditalien, wo die Römische Ordensprovinz mehrere Einrichtungen hat, etwas besser, obwohl in den nächsten Tagen mit einer erheblichen Zunahme der Fälle gerechnet wird. Es gibt einen Aufruf der Regierung, zu Hause zu bleiben. In der Generalkurie geht es uns gut, praktisch alle Mitarbeiter arbeiten von zu Hause aus. Viele andere Mitarbeiter der Zentren arbeiten ebenfalls von zu Hause aus, entweder aufgrund der neuen angeordneten Arbeitsweise (Homeoffice) oder aufgrund auferlegter Isolation.

 

Spanien: Die Situation hat sich in den letzten Tagen verschärft und ist auf dem Weg, sich so zu entwickeln wie in Italien. Im Moment gibt es einen Bruder aus dem Konvent von Ciempozuelos, der positiv getestet wurde, aber es geht ihm gut und er befolgt die in diesen Fällen vorgesehenen medizinischen Vorsichtsmaßnahmen. Allerdings ist eine große Anzahl von Mitarbeitern betroffen bzw. bereits isoliert, insbesondere in einigen Zentren in Madrid und Barcelona, wo zwei der stärksten Infektionsherde in Spanien lokalisiert wurden.

 

Übriges Europa: Die Auswirkungen der Pandemie sind unterschiedlich, aber sie nehmen in praktisch allenLändern zu, insbesondere in Deutschland, Frankreich und dem Vereinigten Königreich. Im Moment haben wir keine Nachricht von Betroffenen aus Einrichtungen und Konventen des Ordens.

 

Vereinigte Staaten und Kanada: Wir haben keine Nachricht von Betroffenen aus Einrichtungen und Konventen des Ordens.

 

Ozeanien: Wir haben keine Nachricht von Betroffenen aus Einrichtungen und Konventen des Ordens.

 

Lateinamerika und Karibik: Wir haben keine Nachricht von Betroffenen aus Einrichtungen und Konventen des Ordens.

 

Afrika: Wir haben keine Nachricht von Betroffenen aus Einrichtungen und Konventen des Ordens.

 

Asien und Pazifik: Wir haben keine Nachricht von Betroffenen aus Einrichtungen und Konventen des Ordens.

Dies sind die Informationen, die wir Ihnen vorerst in diesen schwierigen Zeiten der Coronavirus-Pandemie geben können. Die Daten sind, wie bei jeder Pandemie, sehr ungewiss und können  sich sehr schnell ändern. Ich bitte Sie alle, sich an die Regeln und Vorsichtsmaßnahmen zu halten, die in den verschiedenen Ländern zum Schutz vor dem Virus erlassen werden.

Ich bitte alle Provinzoberen, wo immer sie es für angebracht und notwendig halten, strikte Normen für die Häuser und für die Brüder und Gemeinschaften anzuordnen, um der Ansteckungsgefahr in zweifacher Hinsicht Einhalt zu gebieten: sich nicht anzustecken und andere nicht anzustecken. Dies könnte unter anderem vorsehen, dass die Brüder von bestimmten Aktivitäten, wie z.B. dem Abhalten von Versammlungen und Treffen, befreit werden. An den Orten, an denen die Brüder in den Konventen noch zahlreich sind, kann, wenn man es für notwendig befindet, das gemeinsame Gebet und sogar die Eucharistie ausgesetzt werden.

Wir leben derzeit, zumindest dort, wo die Pandemie bereits stark spürbar ist, in einem Ausnahmezustand. Als Barmherzige Brüder ist es unsere Aufgabe, dass unsere Einrichtungen gerüstet und so gut wie möglich vorbereitet sind, um der Gesellschaft bei der Bekämpfung dieser Pandemie zu helfen und mit den Verantwortlichen zusammenzuarbeiten. Die Brüder, die nicht direkt in der Pflege tätig sind, sollten ihr persönliches und, wenn möglich, gemeinschaftliches Gebet intensivieren und auf die Fürsprache des heiligen Johannes von Gott zum Herrn beten, für die Kranken, für die Sterbenden und für die Ärzte und anderen Gesundheitsberufe sowie das gesamte Krankenhauspersonal, die unermüdlich für die Pflege der Kranken arbeiten.

Ich bitte Sie alle, liebe Brüder und Mitarbeitende, sich um die Einhaltung der verordneten Notfallregeln zu kümmern. Vor allem die älteren Brüder und die gefährdeten Personen in den am stärksten betroffenen Regionen bitte ich, zu Hause zu bleiben und den Anweisungen der Behörden zu folgen, auch wenn es Sie Mühe kostet.

Ich bitte alle Provinzoberen, uns regelmäßig über die Situation in ihrer Provinz zu informieren, damit wir über die Entwicklung der Pandemie im Bild sind und den ganzen Orden informieren können.

Dies sind harte Zeiten für die Welt, aber es sind Zeiten, in denen auch das Beste der Menschheit zum Tragen kommen kann: Hospitalität, Solidarität, Zusammenarbeit und Engagement. Wir sollen uns berechtigte Sorge machen, aber diese Sorge stets aus dem Glauben und der Hoffnung auf den Herrn leben. Der Herr ist mit uns, er teilt unser Leid, in ihn setzen wir all unser Vertrauen und unsere Hoffnung, um diesen Krisenmoment zu überwinden, der nach Ansicht der Experten leider noch einige Zeit dauern wird.

Lasst uns füreinander und für die Welt beten, besonders für diejenigen, die am meisten unter der Pandemie leiden.

Mit brüderlichen Grüßen      

 

Frater Jesús Etayo

Generalprior

 
 

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